Kritik zu Justice League

© Warner Bros. Pictures

Regisseur Zack Snyder macht dort weiter, wo er in »Batman v Superman« im letzten Jahr aufgehört hat, und Batman muss ohne Superman ein Team zusammenstellen, um die Welt zu retten

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Im Genre der Superheldenfilme konkurrieren die beiden Comichäuser Marvel und DC mit großer Ausdauer um die lukrativen Marktanteile. Marvel hat in den letzten Jahren seine kreativen Ressourcen in einer kunstvollen Franchise-Choreographie und dem Kollektivauftritt der »Avengers« mit maximalem Profit abgemolken. Das Konzept versucht nun DC mit »Justice League« zu kopieren.

Regisseur Zack Snyder macht dort weiter, wo er mit seiner grottigen Doppelshow »Batman v Superman« im letzten Jahr aufgehört hat. Zu Beginn des Films trauert die Welt um Superman (Henry Cavill), der im Zuge des Hahnenkampfs mit seinem Konkurrenten Batman bekanntlich ums Leben gekommen ist. Natürlich wittert das Böse nach dem Abgang des Universalretters seine Chance. Der missgelaunte Steppenwolf – ein großer Mann mit Wasserbüffelgeweih, Feueraxt, Akneproblemen und postödipalen Störungsmustern – tritt mit einer Heerschar von blutrünstigen Riesenmoskitos auf, um zu tun, was Männer seines Formats eben tun: die Welt vernichten. Dafür braucht er aber noch mehr Superkräfte, die in drei magischen Würfeln einlagern, welche es zu finden und miteinander zu verschmelzen gilt. Batman (Ben Affleck) stellt ein Team zusammen, das tun soll, was Helden eben tun: die Vernichtung der Welt verhindern. Mit von der Partie sind neben Wonder Woman (Gal Gadot), der Hochgeschwindigkeitsbubi The Flash (Ezra Miller), der muskulöse Meeresgott Aquaman (Jason Momoa) sowie der mit kryptonscher Hochtechnologie aufgepeppte Cyborg (Ray Fisher). Eine gefühlte Ewigkeit hält sich Snyder mit der Rekrutierungsphase auf und kann dann mit seiner Vollversammlung nichts anfangen. Null Gruppendynamik im Heldenkollektiv, was logisch ist, weil man dafür ja eine schlüssige Figurencharakterisierung bräuchte.

Nach ein paar zerdehnten Scharmützeln ist klar, dass auch die geballte Kraft des Kollektivs dem ekligen Steppenwolf nicht beikommt. Da passt es gut, dass tote Superhelden nie mausetot sind und einer der Würfel über eine Auferstehungsfunktion verfügt. Strohdummes Drehbuch, hölzerne, humorlose Dialoge, die für ein Teamunternehmen unproduktive Fixierung auf einen Obersuperheld, das Kinn von Ben Affleck, das unvorteilhaft unter der Batman-Maske hervorlugt – »Justice League« hat viele Probleme, aber das größte heißt Zack Snyder. Der Mann kann einfach nur Macho und Digitalkrawall, und das ist mittlerweile selbst im Superheldengewerbe zu wenig.

Da ist es nur symptomatisch, dass Wonder Woman nach ihrem furiosen Solostart unter der Regie von Patty Jenkins nun unter Snyders Regentschaft zur Psychotante heruntergedimmt wird. Während die Amazone darüber sinnieren muss, dass sie zwar zur Kämpferin, aber nicht zur Anführerin geboren ist, wird wenig später der kühlschrankgroße Brustkorb des führungswilligen Erlösers leuchtend ins Bild gesetzt. Komm schon, Zack, ernsthaft?

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