Melvil Poupaud

Als Schauspieler/in:

Das viele Facetten elegant verdichtende Drama »Gelobt sei Gott« erzählt vom Kampf von Missbrauchsopfern eines Priester um Gerechtigkeit: weniger ein Film gegen Kirche und Katholizismus als über das zivile Aufbegehren gegen institutionalisierte Verantwortungslosigkeit
Die Tragikomödie »Victoria« über eine Strafverteidigerin (Virginie Efira), der die Grenzziehung zwischen Beruf und Privatleben nicht gelingen will, ist eine hintergründige Studie über Rolle und Identität
Ein Seefahrerfilm als emotionale Odyssee einer jungen Mechanikerin auf einem Frachter: »Alice und das Meer« birgt eine scheinbar simple Dreiecksgeschichte, die zugleich poetisch und genau vom Leben auf See, von Männer- und Frauenrollen, Freiheit und Einsamkeit erzählt
Ein Film von erlesener Schönheit, der mit seiner Geschichte um ein Paar, das an der Mittelmeerküste dekorativ vor sich hin kriselt, in selbstgefälliger Hochglanz-Banalität versinkt
Über einen Zeitraum von 12 Jahren beleuchtet das temperamentvolle Liebesdrama die Geschichte eines Paares, bei dem sich der Mann entschließt, eine Frau zu werden. Kino der Emotionen, das, zwischen Videoclip und Nouvelle-Vague-Flair die Durchlässigkeit der Geschlechterrollen feiert
François Ozon hat mit der tatsächlich schwangeren Isabelle Carré, bescheidensten Mitteln und quasi aus dem Stegreif ein Memento gedreht, das erst im Nachklang seine Bedeutung entfaltet: »Rückkehr ans Meer«