Jenni Zylka
Filmkritiken von Jenni Zylka
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Der Ansatz des anderen Blicks auf Genderverhältnisse geht auf: Im „neuen Westen“ müssen Frauen wie das Patchworkfamilien-Oberhaupt, Pferdertrainerin, Rodeoreiterin und Witwe Tabatha nicht mehr die Liebe zu einem Mann als alles (er)lösenden Ausweg entdecken. Stattdessen wird sämtlichen Held:innen zugestanden, die eigene Verletzlichkeit und Stärke zu finden und zu nutzen.
An der moralischen Verderbtheit der dysfunktionalen Familie im Zentrum des Films besteht kein Zweifel - Regisseur Karim Aïnouz möchte die Keimzelle der Gesellschaft ebenso vorführen wie menschliche Triebhaftigkeit und Geldgier. Im Rachen bleibt allerdings der gallige Nachgeschmack einer dekadenten Party. Denn Aïnouz ignoriert dabei die Liebe zu seinen Figuren.
Der Dokumentarfilm über die mittlerweile 82-jährige Künstlerin Meredith Monk erzählt von einem beeindruckend erfüllten Leben, und macht – trotz einiger Klischees über die gebeutelte »Künstlerseele« – die Verve und das Talent der interdisziplinären Performerin, Choreografin, Komponistin und Vogelstimmenfreundin deutlich.
»Superman« war im Kern immer eine positive Einwanderungsgeschichte, und Regisseur James Gunn, der auch das Drehbuch geschrieben hat und die Neuausrichtung des DC-Universums verantwortet, spart nicht an Hinweisen auf aktuelle Konflikte. Das macht »Superman« zu einem modernen, politisch deutlichen Blockbuster mit einem schlagfertigen und selbstironischen Helden.
Donald Trump (Sebastian Stan) erklettert die Karriereleiter, renoviert Skyscraper, wühlt sich in Politik und Schickeria und heiratet Model Ivana (Maria Bakalova). Als sein Meister fungiert Anwalt Roy Cohn (Jeremy Strong), dessen ambivalenter Charakter enorm erzählenswert ist. So funktioniert der Film von Ali Abbasi nicht nur als Persönlichkeitsanalyse, sondern als Beschreibung des Ultra-Kapitalismus, der die USA bis heute prägt.
Die von den Nerds argwöhnisch beäugte Geschichte ist eine Gothicromanze, wie sie im 19.-Jahrhundert-Buche steht, inklusive Rimbaud-Lektüre und Joy Division-Soundtrack. Und Skarsgård und Twigs spielen den tumben, gewalttätigen Plot nonchalant weg.
Ein visionärer Architekt will eine Stadt umbauen, ein Bürgermeister ist dagegen. Dieser – vielleicht – bewusst schlecht verrührte Mix aus Allegorie und Überdeutlichkeit, Male Gaze und Schauspielkunst wird mit Glück in jener Zukunft goutiert, in der er spielt.
In der von Eli Roth inszenierten Realfilmadaption des Videogames schaut man ein paar tendenziell spannenden Charakteren dabei zu, wie sie um sich ballern, nur ohne Belohnung. Das ist genauso lahm, wie es klingt.
Salomonowitz' frei durch unterschiedliche Zeitebenen mäanderndes Biopic zeigt eine gallige, radikal egozentrische, und dabei enorm
konsequente Künstlerin, deren Körperhülle eine überwindbare Grenze darstellt. In seiner bildhaften Bitterkeit wird der Film ihr gerecht.
Khedidja und ihre beiden Töchter erleben auf Korsika »Othering«: Ihre Schwarzen Körper sind zwischen den weißen Korsen und Korsinnen »Fremd-Körper«. Der subtile Film erzählt von komplexen Familienbeziehungen und sexuellem Erwachen.
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In der dritten Staffel des »Sex and the City«-Nachfolgers »And Just Like That...« zeigt sich, worauf es ankommt: den Problemen des Lebens als Frau über 50 »in style« zu begegnen.
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Disney+ setzt mit »Daredevil: Born Again« die frühere Netflix-Serie um den blinden Rechtsanwalt und seinen Kampf gegen den Schurken Fisk fort, wieder mit Charlie Cox und Vincent D'Onofrio.
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Mit Filmen wie »The Substance« oder »Babygirl« etabliert sich gerade ein ungewohnt schonungsloser Female Gaze im Kino. Jenni Zylka über furchtlose Regisseurinnen, Schauspielerinnen, die an die Grenze gehen, und schön schreckliche Frauenbilder.
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Die Miniserie »Cristóbal Balenciaga« erzählt vom Leben und Werk des baskischen Modeschöpfers, der nicht nur mit seinen Etuikleidern als prägend für die west–europäische Kultur der Nachkriegsära gilt.
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