Mehdi Meskar
Als Schauspieler/in:
Léa Pool kehrt mit einem vielschichtigen Flüchtlingsdrama in unsere Kinos zurück. Saad und Reza wurden in ihrer Heimat (dem Iran bzw. Marokko) als Homosexuelle verfolgt und wollen sich als Paar eine Zukunft in Kanada aufbauen. Als Reza die Abschiebung droht, beginnt Saad ein Verhältnis mit einem Angestellten des Migrationsministeriums – ein Terrain der Zerrissenheit, durch das die Regisseurin engagiert und einfühlsam navigiert.
Menschlich und hochpolitisch erzählter Film über eine Frau, deren bislang vermeintlich stabiles Leben zu einem existenziellen Kampf an allen Fronten gerät. Eindringlich und zart zugleich.
Ein furioser Thriller um eine (versehentliche) Koranverbrennung bei einem Filmdreh und eine Praktikantin in Nöten – grandios gespielt von Devrim Lingnau. Im vielschichtigen wie -deutigen Geflecht aus Projektionen, Vorurteilen und Paranoia spiegelt Mehmet Akif Büyükatalay treffsicher und sarkastisch Dynamiken einer gespaltenen, hysterisierten Gesellschaft.
In vier Fällen erzählt der Film von Menschen, die sich angesichts der Flüchtlingskrise engagieren, aber an einem bestimmten Punkt damit überfordert sind und problematische Entscheidungen treffen. Der Film legt Wert auf ambivalente Figuren, wo leicht Karikaturen hätten entstehen können.
Ein in Deutschland lebender Syrer macht sich auf die Suche nach seinem im Bürgerkrieg verschwundenen Bruder. Randa Chahouds Kinodebüt hat gute Absichten, gerinnt aber zu einer überfrachteten, wilde Haken schlagenden Geschichte, die etwas plump auf dramatische Effekte abzielt
Ein berühmter Dirigent (Peter Simonischek) soll ein Jugendorchester aus Israelis und Palästinensern zusammenstellen und wird dabei vom Maestro quasi zum Friedenscoach. Was überzeugt, sind die musikalischen Szenen, die Darstellung des Alltags der Jugendlichen sowie das kraftvolle Schauspiel: »Crescendo«



