Maxi Braun
Filmkritiken von Maxi Braun
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Überraschender Horrorfilm für Kinder, der die Themen Verlust und Trauerbewältigung mit viel Glitzer und bunter Farbe tüncht und durch einen tollen Cast rund um eine starke Heldin, emotionale Tiefe, eine originelle Geschichte, visuelle Fantasie und gutes Timing in Witz und Suspense überzeugt.
Ein Sommer, drei Generationen von Bäuerinnen zwischen Melkmaschine, Heuernte, Lama-Kastration und Badesee: Das im besten Sinne widerspenstige Debüt thematisiert die Probleme der Landwirtschaft, ungewollte Schwangerschaften und einen pragmatischen Umgang mit der Nähe zur Natur in sinnlichen Bildern und mit authentischer Mundart und Besetzung.
Das Biopic über die erste Lebenshälfte der surrealistischen Malerin und Künstlerin Leonora Carrington findet treffende optisch-akustische Entsprechungen für ihre Psyche, während die Bildwelten der Künstlerin fast unsichtbar und die Dialoge allzu plakativ wirken. Solides Period Piece vor Fernweh erzeugender Kulisse.
Der liebevoll gestaltete Claymationfilm über die Lebensgeschichte von zwei Zwillingen in Australien ist skurril, witzig, ein bisschen versaut und voller kreativer Einfälle. Eine universelle, menschliche Parabel über das Scheitern und Berappeln für ein erwachsenes Publikum und Schneckenliebhaber.
Kerstin Polte spürt universelle Themen wie Liebe, Familie, Krieg und Trauma in den kleinen, zwischenmenschlichen Dramen auf. Ihr Ensemblefilm glänzt mit starker Bildgestaltung sowie einer diversen und gelungenen Besetzung.
Relotius lässt grüßen, aber die spannend inszenierte und kammerspielartige Charakterstudie im südostasiatischen Setting verrät ebenso wenig über moralische Dilemmata des Journalismus wie über die Psyche des unnahbaren Protagonisten.
Der Dokumentarfilm wirft einen behutsamen Blick auf die aussterbende Tradition der Burrneshas im ruralen Albanien und offenbart, dass Geschlechterrollen kein Naturgesetz sind, sondern schon immer veränderlich waren.
Die schroffe Coming-of-Age-Geschichte zweier Freundinnen, die an eine dubiose Modelschule geraten, spielt im postsowjetischen Setting. Visuell interessant, blickt der Film kühl und distanziert auf seine Protagonistinnen, statt ihnen wirklich nah zu kommen.
In Narration und Bildsprache empathisches Spielfilmdebüt über eine süchtige Schwangere, das nah an seiner Protagonistin bleibt, ohne sie zu verurteilen oder stereotype Erklärungsmuster zu bemühen. Stattdessen wird das Strafvollzugssystem infrage gestellt.
Die mitfühlend erzählte und mit poetischer Bildsprache fotografierte Lebens- und Liebesgeschichte einer Transfrau vermittelt sich mit wenig Dialog und streift die polnische Geschichte von den 1970ern bis in die Gegenwart.
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Nachdem Hollywood junge Frauen im Coming of Age jahrzehntelang mit RomComs abgespeist hat, sieht man in aktuellen Filmen wie »How to Have Sex« eine selten dagewesene Komplexität von Figuren und Geschichten aus weiblicher Perspektive.
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Die patriarchale Struktur der Filmindustrie ist keine Überraschung. Wie die geschlechtsspezifische Bildgestaltung Sexismus fördert, schon. Nina Menkes' filmischer Vortrag »Brainwashed – Sexismus im Kino« jetzt auf arte.
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Iranische Schauspielerinnen und der Aufstand : Golshifteh Farahani, bekannt aus »Elly« und »Paterson«, und Zar Amir Ebrahimi, die jetzt mit »Holy Spider« bei uns ins Kino kommt, im Porträt.
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Das Edimotion-Festival für Filmschnitt und Montagekunst in Köln würdigt die Arbeit von Editor*innen. Und stellte in diesem Jahr ein paar unbequeme Fragen.
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Edimotion feiert die Kunst des Filmschnitts in fast vorpandemischer Festivalatmosphäre und würdigt mit Ingrid Koller erstmals eine Österreicherin mit dem Ehrenpreis für ihr Lebenswerk



