Woche der Kritik

Berlin, 9. – 17.2. – Seit 2015 findet parallel zur Berlinale ein Festivalprogramm statt, das Filmkritiker und Filmschaffende unterschiedlichster Positionen zusammenbringt und zu Vorträgen und Diskussionen rund um die Zukunft des Films einlädt. Dieses Jahr diskutieren unter anderem Georg Seeßlen, Simone Baumann und Nadav Lapid zum Fortschrittsdenken der Filmpolitik und Filmkultur. Zudem werden ästhetisch und kulturell außergewöhnliche Filme gezeigt wie »Love is a dog from hell« von Khavn de la Cruz, »Capitu and the Chapter« des Brasilianers Júlio Bressane oder ein aus 3 Filmen zum Thema Freiheit zusammengestelltes Programm der georgischen Regisseurin Dea Kulumbegashvili.

Neues Kino aus Georgien

Anfang Februar zeigt das Kino Arsenal eine Filmreihe mit Werken von georgischen Filmschaffenden, darunter viele Debüts. Gekennzeichnet durch formalen Einfallsreichtum und der Beschäftigung mit der wechselhaften Geschichte des Landes zeigt sich der georgische Film in den letzten Jahren in einer erstaunlichen Blüte. Als Ergänzung gibt es im Februar auf der Streamingplattform Arsenal 3 noch eine Auswahl georgischer Filme aus den 20er bis 80er Jahren.

Göteborg Film Festival

Eines der bedeutendsten Ereignisse der skandinavischen Filmbranche kehrt in die Kinos zurück, ergänzt um ein umfangreiches Online-Angebot. Um den Dragon Award für den besten nordischen Film konkurrieren dieses Jahr unter anderem »Lamb« von Valdimar Jóhannsson und »As in Heaven« von Tea Lindeburg. Weitere Kategorien im Wettbewerb sind der Kurzfilm sowie der »Ingmar Bergman International Debut Award«. Außerdem erhält Regisseur Luca Guadagnino (»Call me by your name«) den Ehrenpreis.

Rammbock (2010)

Eine kurzweilige Berliner Zombieapokalypse, der es gelingt, das derzeit überstrapazierte Zombiegenre in die Realität und Banalität des deutschen Alltags einbrechen zu lassen.

Widows – Tödliche Witwen (2018)

Steve McQueens neuer Film entwickelt vor dem Hintergrund einer Gesellschaft, in der Verbrechen und Politik untrennbar miteinander verbunden sind, ein so stimmiges wie düsteres Porträt dreier Hinterbliebener, die keine andere Wahl haben, als sich auf höchst ungewöhnliche Weise zu emanzipieren. ­»Widows« ist Psychogramm, Heist-Movie und gesellschaftskritischer Kommentar in einem.

Als wir träumten (2015)

Nach den verhaltenen Dramen »Wolke 9« und »Halt auf freier Strecke« findet Andreas Dresen mit der Adaption des Romans von Clemens Meyer einen neuen Stil. Episodisch, aber nie zerfahren, in drängenden Montagen und rührenden Mikroporträts erzählt »Als wir träumten« von einer Gruppe Jugendlicher, die in Leipzig die Jahre nach der Wende erlebt.

Arrhythmia (2017)

In neorealistischer Tradition erzählt Boris Khlebnikov von der zerrütteten Ehe eines Sanitäters und einer Ärztin. »Arrhythmia« besticht als Paar- und Sozialstudie.

Venom (2018)

Marvel-Antiheld Venom, eine Kultfigur der 80er und 90er Jahre kommt mit zwanzig Jahren Verspätung auf die Leinwand. Trotz guter Besetzung eine allzu bemühte Angelegenheit, die dramaturgisch bieder und ästhetisch einfallslos ausfällt.

Buch-Tipp: Betty Schiel & Maxa Zoller – Was wir filmten

Kreativ und politisch hellsichtig: Wie sich ostdeutsche Filmemacherinnen mit ihren Erfahrungen in der DDR und vor allem nach der Wende auseinandersetzten, zeigt der Essayband »Was wir filmten«.

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