Gerhard Midding

Die Fußballbegeisterung vieler Kollegen ist mir ein Rätsel. Es harrt seit Jahrzehnten seiner Klärung. Diese zweifache Leidenschaft scheint mir ein vorrangig deutsches Phänomen zu sein; von französischen Filmkritikern ist mir jedenfalls nicht bekannt, dass sie davon infiziert wären (für Briten, Italiener, Spanier, Portugiesen, Ungarn und Brasilianer kann ich mangels einschlägigen Austauschs nicht bürgen). in hiesigen Filmkritikerkreisen treibt die Fussballbegeisterung jedenfalls interessante Blüten.

DVD-Tipp: »Blutgletscher«

Anfang Febru­­ar mit wenigen Kopien kurz in den deutschen Kinos gelaufen, erweist sich der österreichische Horrorfilm »Blutgletscher« trotz des kinotauglichen Cinemascope­formats auch als Homevideo-Veröffentlichung auf dem Bildschirm als veritables Genrekino. Damit scheinen sich die Österreicher sowieso leichter zu tun, siehe »Das finstere Tal«
Gerhard Midding

Ist es unfair, dass wir Amokläufe nach ihren Schauplätzen benennen? Das Gedächtnis der Öffentlichkeit assoziiert sie fortan unweigerlich; die Bluttat bleibt ein nicht zu tilgender Schandfleck in der Stadtgeschichte. Allerdings haben auch die Alternativen beträchtliche Nachteile. Amokläufe nach den Tätern zu nennen, würde nur nachträglich deren Geltungssucht schmeicheln. Und die zu beklagenden Opfer sind meist zu zahlreich.

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Das Web spricht neuerdings in Blankversen. Das liegt aber nicht an »Göhte« und Elyas M’Barek, sondern an Shakespeare und Tom Hiddleston
Gerhard Midding

Dass Pressevorführungen kurzfristig abgesagt werden, kommt zuweilen vor und wäre an dieser Stelle eigentlich nicht der Rede wert. Früher geschah das mitunter, wenn die Filmkopie nicht rechtzeitig eintraf; und auch die digitale Projektion hat ja gelegentlich noch ihre Tücken. Auf „Unter Beobachtung“, der am gestrigen Spätnachmittag in Berlin gezeigt werden sollte, hatte ich mich schon gefreut.

Edge of Tomorrow

Live. Die. Repeat. Tom Cruise kämpft in Doug Limans unterhaltsamen Timeloop-Actioner als unbeholfener Schreibtisch-Soldat mit Tentakel-Aliens und gegen sein eigenes Überleben

TV-Tipp: »Sherlock« Staffel 3

29.5., 8.6., 9.6., jeweils 21.45 Uhr, ARD - Am Ende der zweiten Staffel sah es so aus, als ob es das Ende wäre für Benedict Cumberbatchs Sherlock. Aber es ist kein Spoiler, wenn man sagt, dass er für diese drei neuen Folgen wieder auftaucht – zwei Jahre nach seinem »Todessturz«, zur Überraschung des verstimmten Watson

Coraline

Am Ende eines geheimen Ganges entdeckt die elfjährige Coraline eine spiegelbildliche Ausgabe ihres eigenen Elternhauses, in dem alle viel netter sind als in ihrer Wirklichkeit. Nun soll sie sich entscheiden . . . Henry Selick schafft in seinem neuen Puppentrickfilm eine zugleich fantastische und bedrohliche Welt voller überraschender Einfälle

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