Kritik zu Spione Undercover

© 20th Century Fox/Walt Disney

Die rasante und sehr spaßige Animationsactionkomödie erzählt von einer ungewöhnlichen Agentenmission mit einem liebenswerten kleinen Helden und zollt so manchem Filmklassiker Tribut

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Actionfilme für Kinder, die Klassiker zum Vorbild haben, sind längst etabliert. So sprechen sie auch Erwachsene an, manchmal kaschieren sie damit auch eine dünne Story. »Spione Undercover« strotzt nur so vor Anspielungen vor allem auf den Prototypen des Agentenfilms, James Bond, und spielt zudem klug mit Verwechslungen, Verwandlungen und der Frage nach Gut und Böse.

Der selbstgefällige Superagent Lance Sterling, stets im Dinnerjacket und von allen bewundert, hat schon so manches Mal die Welt gerettet. Seine Aufträge erteilt ihm eine strenge ältere Dame, die unverkennbar an M angelehnt ist. Das Hauptquartier des Geheimdienstes befindet sich unbemerkt von der Zivilbevölkerung unter der National Mall im futuristischen Washington. In einem kleinen Kämmerchen arbeitet dort der junge Walter Beckett. Schon seit seiner Kindheit wird er von allen nur der Spinner genannt, weil er die seltsamsten Gadgets entwickelt, etwa eine aufblasbare Umarmung, mit der sich Angreifer vom Leib halten lassen, oder eine Glitzerkanone, die noch dazu Kätzchenhologramme in die Luft projiziert und damit jeden Gegner in Verzückung geraten lässt und so außer Gefecht setzt. Walter ist ein herzensguter Nerd, der nach dem Tod seiner Mutter noch immer im Elternhaus lebt. Dort, zwischen reichlich Krimskrams, hat er sein Privatlabor eingerichtet, und es erinnert herrlich an Doc Browns Tüftelwerkstatt aus »Zurück in die Zukunft«.

Nun will es der Zufall, dass Lance und Walter aufeinandertreffen. Voller Enthusiasmus erzählt Walter dem Superspion von seinen Erfindungen, die die Menschen nicht zerstören, sondern zusammenbringen. Natürlich begegnet Lance dem spinnerten Jungen zunächst mit Arroganz, erinnert sich aber kurze Zeit später an dessen Erfindung, Menschen in andere Lebewesen zu verwandeln. Denn Lance hat nicht nur Bösewicht Killian auf den Fersen, sondern auch den eigenen Geheimdienst. Killian kann sich nämlich in die an Will Smith angelehnte (und im Original auch von ihm gesprochene) Gestalt von Lance verwandeln und treibt so ein ausgeklügeltes Verwirrspiel. Da kann nur Walter (Originalstimme »Spiderman« Tom Holland) helfen. Dumm nur, dass die Erfindung noch nicht komplett ausgereift und Lance zu ungeduldig ist: Denn so muss der Superagent seine Mission als Taube erfüllen und ist dabei auf die Hilfe Walters und seiner neuen Artgenossen angewiesen.

Das Regiedebüt von Troy Quane und Nick Bruno ist ein großer Spaß – auch wenn es einem bekannten Muster folgt: Der Underdog wird zum Superhelden, der coole Checker plötzlich weich, und nur gemeinsam sind sie stark. Rasant erzählen Quane und Bruno ihre Geschichte mit Tauben als absurde Agenten, die in einer Szene den Bösewicht im Schwarm traktieren (Hitchcocks »Vögel« lassen grüßen). Dieser Bösewicht kann sich nicht nur in den Bond-Verschnitt Lance verwandeln, sondern auch eine Gesichtshälfte in »Terminator«-Manier in eine Fratze. So zollen die Filmemacher den Großen des Action-, Agenten-, Thriller- und Komödiengenres Tribut und packen dies in eine hochamüsante Story.

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