Kritik zu Plan B für die Liebe

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Jennifer Lopez' erster Film nach ihrer Babypause setzt die Schwangerschaft an den Anfang, dreht damit das übliche Liebeskomödienschema um und imitiert ein bisschen das wahre Leben: Sie bekommt Zwillinge!

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»Mutter sein ist furchtbar, furchtbar, furchtbar!« Zoe (Jennifer Lopez) hat gerade ihren Lebensplan mit einer Dosis gekaufter Spermien und einer künstlichen Befruchtung bereichert, da droht ihr die beste Freundin, eine vierfache Mutter, damit, die wahre Wirkung der Mutterschaft durch den Anblick ihrer Vagina zu offenbaren. Auch Vaterschaft bedeutet das komplette Desaster, muss Zoes Liebhaber in Spe Stan (Alex O'Loughlin) von einem Papa auf dem Spielplatz hören. Es gebe zwar unaussprechlich magische Momente mit den Kleinen, doch wie zum Beweis drückt ihm sein Söhnchen eine Kotwurst aus dem Sandkasten in die Hand.

»Plan B für die Liebe« verschenkt den Grundeinfall seines Drehbuchs leider oft an infantilen Fernsehhumor. Zoe und Stan sind Dickköpfe, die sich mit den Finten eines Stadtneurotikerpaars bekämpfen, bis sie nach den Regeln der Romantic Comedy zueinanderfinden. Die Portion Zeitgeist liegt darin, dass Kinderkriegen nicht das Ende der Geschichte markiert, sondern den Anfang: Zoes Single-Schwangerschaft ist das Sujet, das die Screwball-Verwicklungen überhaupt erst in Schwung bringt.

Leider versinkt die Geschichte in aufdringlichen Oberflächenreizen und Vehikelstatus für Star Jennifer Lopez. Regisseur Alan Poul findet nicht zu derselben schwarzen Lakonie wie in der von ihm auch produzierten Erfolgsserie »Six Feet Under«. Oder ist das Ganze eine subversive Lachnummer? In ihrer gerade beendeten Babypause vermarktete J.Lo ihre herzigen Zwillinge und den zugehörigen Kindsvater prominent. »Plan B für die Liebe« ist Lopez' erster Film seither, und er handelt wie zufällig von einer New Yorker Powerfrau, die Zwillinge bekommt und Geschäft und gutes Gewissen verbindet. So führt Lopez' Zoe einen ethisch wertvollen Zooladen, der Tiere nur mit Adoptionsvertrag abgibt. Ihren Traumpartner gibt der bislang eher unbekannte Australier Alex O'Loughlin, der mit Dreitagebart und schmachtendem Silberblick einen Frauenversteher und sexy Ökokäseverkäufer auf dem Farmer's Market in Tribeca verkörpert.

Bis das Paar am Ende dem vielbeschworenen Verlust seines Sexlebens trotzt und nach der Gutenachtgeschichte für die putzigen Zwillinge zur romantischen Liebesszene ins Bett sinkt, hat der Film alle bekannten Schwangerschaftsklischees durchbuchstabiert. Kotzen, Mampfen, übergewichtiges Umherstöckeln, enthemmtes Hecheln werden mit burlesker Schnoddrigkeit serviert, ohne je Lopez' glatte Außenfassade zu trüben. Ein wüstes Psychodrama leistet sich der Film doch, wenn er den Mutterschaftskult von Zoes schamanistischer Singlemuttergruppe zur schrillen Farce ausweitet: Unter Trommeln und Tanzen wird zur Wassergeburt gerufen, die Gebärende bricht in einem Spielzeugpool in tobsuchtartiges Geschrei und krampfartiges Gezappel aus – alles das mit dem Spaß einer Method-Acting-Nummer, die aus dem Ruder gelaufen ist.

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