Filmkritiken
Woche vom 04.03.2026
Thematisch, visuell und narrativ eine echte Zumutung, gelingt Kristen Stewart mit der Adaption von Lidia Yuknavitchs autobiografischem Kultbuch ein brachiales, mutiges und expressives Regiedebüt, das weder Hauptfigur noch Publikum schont und ebenso gesellschaftlich relevant wie radikal subjektiv ist.
Wie schon zuletzt mit seinem Welterfolg »Das Lehrerzimmer« beweist İlker Çatak auch mit »Gelbe Briefe«, dass er es auf überzeugende Weise versteht, sich anspruchsvolle Arthouse-Themen so vorzunehmen, dass sie auch als Unterhaltung für ein breites Publikum funktionieren. Seine Geschichte eines Künstlerehepaares, das angesichts staatlicher Repressionen erst seine Existenz und dann sich selbst zu verlieren droht, ist dabei nicht nur eine dezidiert türkische und gleichzeitig universell erzählte Geschichte, sondern auch klug inszeniert und hervorragend gespielt.


