Kritik zu Die Odyssee
Es gab nicht nur viel Marketinggeräusch, sondern auch hitzige Debatten um den neuen Film von Christopher Nolan. Und nun? Es ist vermutlich sein bester geworden – die zeitgemäße Adaption eines Urmythos
Durch den Nebel des schwarzen Strandes laufen die zurückgelassenen Toten auf Odysseus und seine Mannschaft zu. Das Geschrei steigert sich ins Crescendo. Diese anschwellende Klage der Toten – sie begleitet fast drei Stunden einer Tragödie und zeigt, dass es Christopher Nolan ernst ist mit seiner zeitgemäßen Neuinterpretation des antiken Urtextes der »Odyssee«. Dabei orientiert sich seine Adaption stark an der mehrfach gerahmten Erzählweise Homers. Vieles wird fragmentarisch vermittelt, oft als Binnenerzählung und manches erst im Nachhinein, sodass wir ein sehr kontroverses Bild dieses ewigen Reisenden bekommen. Odysseus war ein leidender Vorläufer der Moderne.
Es beginnt in Ithaka, 18 Jahre nach dem Beginn des Trojanischen Krieges. Die Königin Penelope (Anne Hathaway) und ihr Sohn Telemachos (Tom Holland) leiden unter der Abwesenheit des Königs, denn Odysseus (Matt Damon) ist nach dem Sieg über Troja nie zurückgekehrt. Verrohte Freier werben um die Königin und schmieden Intrigen gegen den Thronfolger, angeführt von dem korrupten Antinous (Robert Pattinson). Der Trojanische Krieg wird als Erzählung am Leben gehalten, das Schicksal von Odysseus bleibt mysteriös.
Typisch für Christopher Nolan mäandern mehrere Erzählstränge kunstvoll verflochten durch den Film. Odysseus selbst lernen wir in umfassenden Erzählungen kennen, sodass der Film den mittleren Akt mit dem Zyklopen, den Sirenen, der Prophezeiung des Teiresias im Hades, Skylla und Charybdis, der Hexerin Kirke (Samantha Morton), den Rindern des Helios und schließlich der Nymphe Calypso (Charlize Theron) füllen kann. Nolan ist wenig an der bunten Fabulierkraft früherer Verfilmungen gelegen. Er reduziert das Göttliche und Übernatürliche weitgehend. Selbst das Antlitz von Athene (Zendaya) bekommt eine psychologische Erklärung als Schuldkomplex des Odysseus. Den letzten Akt des Films schließlich dominieren die Rückkehr nach Ithaka und die blutige Vernichtung der Freier.
Doch was ist an dem dramaturgischen Urmodell dieser Heldenreise (im Sinne von Joseph Campbell) nun zeitgemäß? Die Quelle ist epische Dichtung, Abenteuerroman, Identitätserzählung, politische Allegorie und anthropologische Versuchsanordnung zugleich. Nolan konzentriert sich auf die tragische Dimension des Stoffes: Wie findet ein Mensch nach einer existenziellen Erschütterung wieder zu sich selbst? Und wie in seinen eigenen, oft zyklischen Inszenierungen nutzt Nolan den Spielfilm als Medium der Mythentransformation. Filme übernehmen nicht unbedingt überlieferte Mythen, sie schreiben sie fort, verschieben ihre Bedeutungen und machen sie für neue historische Situationen anschlussfähig. Genau hierin liegt die eigentliche Herausforderung der neuen »Odyssee«. Nolan sucht in Odysseus den frühen Helden der Moderne, der sich im Akt der Erzählung selbst konstruiert und dessen ewiger Kampf in der Revolte gegen das Schicksal und die Götter besteht. Sein Konflikt mit Poseidon wird metaphorisch zur ewigen Herausforderung, zur Sisyphos-Aufgabe.
»Die Odyssee« geht dabei weit über das Illustrative anderer Adaptionen hinaus. Allenfalls »Rückkehr nach Ithaka« (2024) von Uberto Pasolini weist hier Ähnlichkeiten im letzten Drittel auf, doch er bleibt minimalistisch und streng. Ralph Fiennes verkörpert bei Pasolini einen vom Krieg gezeichneten Odysseus, dessen eigentlicher Gegner nicht mehr Poseidon, sondern das eigene Trauma ist. Auch Nolan lässt die Reiseerzählung zugunsten einer brutalen Abrechnung mit der Identität des Kriegermannes verblassen und scheint für diesen Film als Regisseur zwangsläufig prädestiniert. Seine Filme kreisen seit jeher um Figuren, deren Heimkehr unmöglich geworden ist. Selbst »Oppenheimer« wird nach seinem wissenschaftlichen Triumph zum heimatlosen Wanderer innerhalb der eigenen Geschichte. Immer geht es um Männer, die sich durch Labyrinthe aus Zeit, Schuld und Erinnerung bewegen.
Gerade deshalb dürfte Nolans Entscheidung, den Film weitgehend analog zu drehen, mehr sein als nostalgischer Technikfetischismus. »Die Odyssee« ist physisch, mit dröhnendem Sounddesign und hämmernden Rhythmen. Der Komponist Ludwig Göransson griff dafür auf den spezifischen Klang der Bronze zurück. Während sich andere Blockbuster in digitalen Bildwelten verlieren, besteht Nolans Kino auf Gewicht, Oberfläche und räumlicher Erfahrung. In der Perspektive der Cinemythologie erhält diese Ästhetik zusätzliche Bedeutung: Der Mythos erscheint als erfahrbare Wirklichkeit. Das Monumentale entsteht nicht aus der perfekten Simulation, sondern aus der immersiven Präsenz der Körper.
Vor diesem Hintergrund erscheint auch die Debatte um das Casting in einem anderen Licht. Bereits Monate vor Kinostart entzündeten sich Diskussionen an der Besetzung einzelner Rollen mit schwarzen und trans Personen. Ideologische Kritiker bemängelten eine vermeintliche Missachtung historischer Gegebenheiten, andere verwiesen dagegen auf die Freiheit künstlerischer Interpretation und die universale Dimension mythischer Erzählungen. Fakt ist: Nordafrika war Teil der antiken Welt, und Androgynie ist ein genuin griechischer Begriff. Mythische Figuren, das ist auch Nolan klar, sind kulturelle Chiffren, die jeder Epoche neu zur Verfügung stehen. Dass Odysseus heute anders aussehen darf als auf attischen Vasen, bedeutet nicht zwangsläufig eine Verfälschung des Mythos. Es bestätigt vielmehr seine zeitgemäße Wandlungsfähigkeit. Glaubwürdigkeit entsteht im Kino nicht durch historische Exaktheit, sondern durch die innere Konsequenz der Inszenierung. Entscheidend ist, dass Nolans filmische Welt ihre eigenen Regeln durchhält.
»Die Odyssee« aber lebt trotz aller Monster und Wunder von Sehnsucht. Sie ist die Geschichte eines Mannes, der nach Hause will, und einer Frau, die nicht aufhört zu warten. Penelope ist keine Nebenfigur, sondern der moralische Mittelpunkt des Epos. Sie bleibt integer, während Odysseus selbst erfährt, dass die Bewohner des Mittelmeerraums unter dem marodierenden Seevolk leiden. Der Film legt nahe, dass Odysseus letztlich selbst einer dieser Plünderer ist. Der Film ähnelt hier der Mythendekonstruktion im kürzlich gestarteten »The Death of Robin Hood« (2026): Der Abgrund des Helden bleibt auch hier seine größte Herausforderung.
Dass ein Studio wie Universal einem Filmemacher Hunderte Millionen Dollar anvertraut, um ein altgriechisches Epos auf 70-mm-Film zu realisieren, wirkt beinahe anachronistisch (MGM hatte mit »Cleopatra« auf diese Weise um 1960 das klassische Studiosystem zerstört). Vielleicht ist gerade das die kulturhistorische Pointe: In einer Zeit serieller Erzähluniversen kehrt das Kino zu einer der ältesten Geschichten überhaupt zurück und erschafft daraus – ähnlich wie Robert Eggers in »The Northman« (2022) – ein eigenständiges Universum. Es wird sich zeigen, wie effektiv dieser Schritt ist.
In jedem Fall ist es Christopher Nolan nachdrücklich gelungen, eine unserer Gegenwart angemessene Version des Odysseus-Mythos zu präsentieren. Sein Film zeigt eine Welt des umfassenden Krieges. Die Schuld der Menschen ist es, die etablierten Gesetze der Gastfreundschaft zu missachten, aus Gier das Schicksal herauszufordern und die Götter zu demütigen. Diese Welt ist aus der Balance geraten, und es bleibt den Schuldigen selbst überlassen, sie zu korrigieren. Odysseus und Penelope fahren am Ende nach Westen, um die Toten zu ehren. So wurde es im Hades von ihm gefordert. Und vielleicht »kehrt eines Tages«, so Penelope, »die Zivilisation zurück«.





Kommentare
Die Odyssse 2026
Ich stimme den wunderbaren aufwendigen Ausführungen des Marcus Stiglegger voll zu!
Mir hat der Film einen ganz guten Zugang zu diesem riesigen Epos gegeben, und ich finde es klasse, das mit dieser Verfilmung und dem laufendem angefangenem Hype, dieses moralisch-ethisch tiefgehende Stück den jungen u. alten Leuten (wie mich) einen Eingang zu gibt, der vllt mehr Interesse auslösen könnte.
Die Geschichte ist wirklich zeitlos, aber ich geh nicht davon aus, das Trumpel das mäandernde Abzockerisieren und vehemente Vernichten der (amerikanischen, europäischen und weltweiten) Werte und Normen aufgibt;) Gelb-locke taugt nicht zu echten alten Werten, eher dem sich selbst Darstellenden als momentan göttlichen Boten des Fifa-Pokals (von Infitanius)....
Etwas mehr an Vertiefung hätte gut getan
Die Ansicht, dass „Die Odyssee“ Christopher Nolans bester Film ist, kann ich nicht ganz teilen. „Oppenheimer“ aus dem Jahre 2023 ist meines Erachtens besser. Eine Parallele allerdings gibt es, denn der Trojanische Krieg wird als das gezeigt, was er wohl war: Das Hiroshima und Nagasaki der Antike!
Und wie Oppenheimer trägt auch Odysseus schwer an der eigenen Mitschuld daran: Ersterer wird in der Konsequenz zum Atomwaffen-Gegner und aufgrund dessen Verfolgter während der US-McCarthy-Ära, der Letztgenannte zum auf den Meeren Verirrten und von Poseidon Gejagten. Auch die Darstellung der Frauen, der von Oppenheimer – Kitty – und der von Odysseus – Penelope – ist in beiden Filmen von besonderer Bedeutung, sie spielen jeweils eine gelungene und wichtige Rolle.
Indessen hätte ich mir, was die historische Vorlage betrifft, ein Mehr an Vertiefung – nicht zuletzt auch der Untiefen – des homerischen Epos gewünscht. Dies besonders zu drei Themenbereichen:
Erstens zum Gastrecht, das von den alten Griechen überaus hochgeschätzt wird, ja dem Götter-Vater Zeus zugerechnet ist, während es ein Kriegsrecht quasi nicht gibt – Krieg also einen rechtsfreien Raum darstellt, wie der Römer Cicero noch Jahrhunderte später formulieren wird: „Silent enim leges inter arma“ (Unter Waffen schweigen die Gesetze) Offenbar aber musste der Widerspruch von Odysseus selbst und am eigenen Leib immer schreiender empfunden werden, wenn er an einigen Küsten seiner Irrfahrten extrem feindlich, gewaltsam und aggressiv, an anderen wiederum extrem gastlich und gar liebevoll aufgenommen wurde. Liegt darin vielleicht der Doppelcharakter menschlicher „Zivilisation“? Ein Begriff, der im Film zwar des Öfteren Erwähnung findet, wenigstens einmal aber hätte man ihn ernsthafter hinterfragen können.
Zweitens zur gesellschaftlichen Zerrissenheit Griechenlands mit Ithaka als Objekt der Anschauung, wobei dem Publikum von heute aktuelle Bezüge nicht wenige in den Sinn kommen. Denn die am Hof des Odysseus während seiner Abwesenheit dessen Haus belagernden und seine Frau belästigenden Freier sind wohlgemerkt nicht allein Trunkenbolde, Diebe, Schläger, Vergewaltiger, Verächtlichmacher der Armen oder halt “nur” Verfressene, als was sie der Film entlarvt – sie gehören zugleich zu den „ersten“ Kreisen der dortigen Aristokraten-Klasse. Und wie Homer am Schluss der „Odyssee“ berichtet, sind eben viele von ihnen auch Söhne der nicht mit ihm heimgekehrten und auf See oder anderswo umgekommenen Gefolgsleute des Odysseus; somit droht auf der Insel ein Bürgerkrieg auszubrechen, als die verbliebenen Angehörigen die Freier-Tötung durch den aus Troja nach zwanzig Jahren einzig zurückgekehrten König mit Blutrache beantworten wollen. Und nur durch ein letztes Wunder gelingt es Zeus und Athene, die Leute das Geschehene vergessen zu lassen und fortan Frieden mit Odysseus zu schließen. Mutet dieses Ende des Originals schon utopisch genug an, hat es Christopher Nolan im Film nochmal eine Nummer romantischer (statt realistischer, was sich als Variante ja auch angeboten hätte) abgedreht, man könnte auch sagen: verkitscht.
Kritisch anmerken möchte ich drittens die „Szenen einer Ehe“, welche im Grunde allzu harmonisch geschildert werden, als ob man den Partner oder die Partnerin nach überlanger Trennung nur wiedererkennen müsste, um alsbald da weiterzumachen, wo man dereinst aufgehört hatte. Schließlich war Odysseus nicht nur „mal weg“, sondern in der Zwischenzeit Penelope z.B. auch mehrfach untreu gewesen, mindestens mit Kirke und Kalypso, und sie selbst dürfte auch nicht nur auf ihren „Helden“ gewartet haben. Immerhin war an seiner Stelle ein Staat zu leiten und gab es Konkurrenten im Kampf um die Macht mehr als genug. „Frauchen am Herd“ war sie derweil sicher nicht und würde es wohl kaum wieder werden wollen – auch wenn der Hausherr künftig und von Neuem Odysseus hieße. Diesen (potenziellen) Ehekonflikt aufzugreifen – was sich der ehedem von Palast zu Palast “fahrende Sänger” Homer wohlweislich sparte – hätte Christopher Nolan meiner Meinung nach gut angestanden, zumal filmische Adaptionen doch wie geschaffen dafür sind, offen gebliebene Fragen und Leerstellen großer Werke – wenn nicht zu klären oder zu füllen – so doch sie rezeptionsästhetisch deutlicher zu machen, zu problematisieren und im besten Fall neue Interpretations-Ansätze zu versuchen.
ODYSSE Grausam
Schwachsinn hoch drei. Moralische Dialoge, verwirte Story, Kameraführung, die Kopfschmerzen verursacht. Indische, chinesische Darsteller, die griechischen Kämpfer spielen. Helena als schwarze Frau. Einzige Lichtblick, Anne Hathaway als Penelope. Vorschlag: Alles Ausschneiden, Szenen mit Anne lassen und Titel ändern: PENELOPE. Und ich will mein Geld zurück. Und Entschuldigung, Herr Homer.
Kritik - grausam
Hallo - hier ist wohl jemand ziemlich überfordert. Man muss die Besetzung der Helena nicht mögen - aber diese Besetzung spielt doch im Film eine äußerst untergeordnete Rolle. Ja, es gibt sehr viele Szenen und Rückblenden - das überfordert eben Zuschauer. Aber das ist bei Homer schon so angelegt. Meine Empfehlung: sich vorher etwas mit dem Thema beschäftigen, etwas über die Odysse über Homer leden, sich schon vorher mit dem Inhalt bekannt machen. Dann auf die aktuelle Botschaft achten: Kriege sind schrecklich und sollten nicht geführt werden, es gibt keine wirklichen Sieger - Überlebende sind traumatisiert. Zudem sollte man sich davor hüten, allzu schnell Feinde woanders zu entdecken, denn: wir selbst sind die Seevölker - s. die vielen Kriege, die der Westen in den letzten 20 Jahren begann und noch heute führt - gegen den Iran z.B. und das sollte hinterfragt werden. Viel Stoff zum Nachdenken und auch nachlesen - sich weiter mit dem Epos beschäftigen - beste Grüße, M. W.
Odysee
Viele Stars machen noch keinen guten Film. Jeder der Armand Assante als Odysseus und Greta Sacchi als Penelope gesehen hat, soll sich die Kinokarte sparen. Das war echt großes Kino, Gefühle und hat einen berührt.
Odysseus
Dieser Film hat bei allem Aufwand leider nicht überzeugt. Reine Schlachtenszenen mit dümmlichem philosophischen Gelaber hinterlegt - das ist einfach zu wenig. Daß Helena eine Schwarzafrikanerin mit mißglücktem facelift sein muß - braucht keiner. Penelope als baerbock-artige Feministin die erklärt daß Sie eigentlich die wahre Bundeskanzlerin - äh Königin von Ithaka ist - brauche ich auch nicht. Männer die beim Rudern auf See ihre Rüstungen nicht ablegen - das wirkt einfach inkonsistent.
Evtl die Odyssee einfach nochmal lesen - eine grandiose Vorlage die hier mit viel Aufwand mißhandelt wurde.
Nolans Odyssee-Verfilmung
Vielleicht ist Homers Odyssee nicht verfilmbar. Das ist bei Romanen schon schwer, bei einem Epos bei dem seine Lebenskraft, sein Atem mehr aus dem erzählerischen Duktus als der Handlung kommt ist das nahezu unmöglich; doch auch diese lässt sich nicht auf 2¾ Kinostunden reduzieren. Wenn man es schon so einkürzt warum dann noch Zeit damit vergeuden an den Filmanfang eine Kurzfassung des Trojanischen Krieges zu stellen? Die Hadesszene sah so billig aus wie eine Inzsenierung dee Augsburger Puppenkiste. Dieses Riesenheer in Mittelaltet-Rüstungen, was hat das mit der Odyssee zu tun? In Homers Odysee füllt Odysseus Heimkehr ⅖ der Handlung, in Nolans Film vielleicht eine ¾ Stunde. Da hätt ichs lieber gesehn man hätte diese abenteuerliche Irrfahrt retrospektiv als Traumerlebnis dargestellt um mehr Raum für den zentralen Teil der Odyssee zu haben und wenigstens die Illusion von epischer Breite zu schaffen. Dann hätte man auch nicht so eine verhetzte und verfälschte Freiermordszene inszenieren müssen.
Fazit: Die Hauptrolle war gut besetzt, der Kirketeil war auch beeindruckend, doch offen gesagt das beeindruckende Chagall-Mosaik in der Uni von Nizza, Coxoiannis "Die Troeeinnen" oder "Die Odyssee" als Podcast geben mir viel mehr als Nolans Odyssee-Verfilmung
Odyssee
Grauenhaft. Die Odyssee als Wargame.
Unterwegs mit Odysseus
Über die Kritik muss ich noch ncahdenken. Der Film mag ein Trojanisches Pferd in die Welt des doofen Blockbusterkinos sein, aber die moralische Keule packt Odysseus spätestens dann ein, wenn er bei den Freiern Amok läuft. Da merkt man, dass er kein Tarantino ist. Bei der Circe-Episode wird spürbar, dass Nolan auch kein Cronenberg ist, bei Polyphem, dass ihm das visuelle Gespür von Gilliam abgeht. Enttäuscht bin ich auch davon, dass er die Laistrygonen geschrumpft und in doofe Rüstungen gesteckt hat. Die Idee, Calypso als Coach zu inszenieren, hat mir als sehr zeitgemäß eingeleuchtet. Und Nolan folgt seinem Vorbild Homer durchaus angemessen, wenn er verschiedene Sagenstoffe kompiliert. Mich stört aber, dass die Rüstungen eher an die Römer in Asterix erinnern und die Boote an diejenigen in "Wickie und die starken Männer". Mit der Stimme von Hans Clarin aus dem Off hätte der Film deutlich gewonnen.
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