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Gerhard Midding

Heute beginnt in Berlin „Film Restored“, das Filmerbe-Festival der Deutschen Kinemathek. Das diesjährige Thema ist vieldeutig. (https://www.berlin.de/kino/filmfestivals/6333125-2020379-film-restored.html) Parallel läuft ein Programm auf der Streamingplattform der Kinemathek.Ich werde davon berichten.

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Im August fiel mir das Phänomen zum ersten Mal auf. Das ist zu viel gesagt, denn ich wusste zu dem Zeitpunkt noch gar nicht, dass es sich um eines handelt. Zunächst wunderte ich mich nur, als ich im Programmmagazin von ARTE entdeckte, dass der Sender „Mein Leben, mein Ding“ mit Agnès Jaoui ausstrahlte.

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Es gibt viele Arten, die Filmgeschichte nachzuerzählen. Zu den gebräuchlichsten gehört, bestimmte Tendenzen aufzugreifen, die Entwicklung der Industrie zu rekapitulieren oder sich an Regie- oder Schauspielerkarrieren zu orientieren. Finden Sie nach dieser Aufzählung nicht auch, dass es da noch eine Menge Luft nach oben gibt?

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Vor einer Woche fragte ich mich, ob Robert Aldrich wohl »Die Toten Augen von London« gesehen hatte, als er »Der Flug des Phoenix« drehte. Immerhin kommt in beiden Filmen eine Einstellung vor, die aus der Perspektive eines Leichnams gefilmt ist.

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Im Reich der Untoten sind sie eindeutig die Vornehmen. Man vergleiche sie nur einmal mit Werwölfen, deren animalische Natur sich bei Vollmond räudig Bahn bricht. Ganz zu schweigen von den ungepflegten, tumben Zombies. Diesen wiederbelebten Leichen ist die Verwesung noch deutlich anzusehen. Beklagenswert orientierungslos geistern sie als reißende Bestien durch die Welt. Wie distinguiert hingegen treten Vampire auf! Nicht von ungefähr sind sie oft von aristokratischer Herkunft und verfügen über vorzügliche Manieren.

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Dass die Vogelbeobachtung nicht nur wohltuend entschleunigt, sondern auch ein Akt von politischer Relevanz ist, wird in den USA seit Trumps Wiederwahl lebhaft diskutiert. Bislang galt sie als betuliche und eher konservative Beschäftigung; inzwischen schätzt man das freiheitsliebende, anarchische Wesen der Vögel anders ein. Kein Politiker oder Tech-Milliardär kann ihnen vorschreiben, was sie zu tun haben.

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Der Spalte »Relevante Neuauflagen« im Heimmedien-Teil von epd Film sollte ich mehr Aufmerksamkeit schenken. Allerdings ist mir in diesem Monat aufgefallen, dass Pidax vor einigen Tagen einen der schönsten Filme von Yōji Yamada herausgebracht hat, »Das gelbe Taschentuch«. Seine Relevanz ist in der Tat enorm.

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Auf das Adjektiv im Titel von Valeska Grisebachs Film kann ich mir bislang noch keinen Reim machen. Er ist schließlich keine Rêverie und seine Protagonistin Veska keine Träumerin, sondern eine Heldin, die auf dem Boden der Wirklichkeit steht. Keine meiner KollegInnen scheint sich darüber zu wundern oder daran zu stören. Das spricht bestimmt für die Robustheit des Titels. Aber eine Erklärung, warum dieses Abenteuer geträumt sein soll, hätte ich doch gern.

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Valeska Grisebach, die viel davon versteht, deutete das Genre unlängst als einen architektonischen Raum, in den die Frauen bisher wie von einer Seitenbühne hineinschauen. In »Das geträumte Abenteuer«, der in wenigen Tagen in unsere Kinos kommt, verlässt ihre Heldin beherzt diese Kulisse. Ist das Fernsehen dem Kino in dieser Hinsicht schon lange voraus?

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Ronnie Scheib, der wahrscheinlich erste Kritiker, der sie als Autorenfilmerin entdeckte, sah sich bei ihr mit einer reichlich komplexen Gemengelage konfrontiert. In seinem einflussreichen, 1980 in „Film Comment“ publizierten Essay „Ida Lupino: Auteuress“ nennt er sie „eine feministische Filmemacherin, die aber von einem anti-feministischen Standpunkt“ drehe.