Zu Beginn der 1960er Jahre legte sich der französische Kriminalfilm mächtig ins Zeug. Die Regeln waren etabliert, nun sollten die Mordpläne noch ausgeklügelter und die Alibis noch raffinierter konstruiert werden. „Sieben Tote hat die Woche“ von Jacques Deray, der heute um 20.15 Uhr auf arte läuft, gehört zu den Höhepunkten der Epoche.
Wenn man dem Marketing dieser Wiederaufführung traut und die eigene Erinnerung nicht trügt, geschah vor einem Vierteljahrhundert etwas ganz Außerordentliches. Mit »Chihiros Reise ins Zauberland« von Hayao Miyazaki kam ein Spielveränderer in die deutschen Kinos.
Dies Bekenntnis ist bestimmt rufschädigend, aber es führt kein Weg daran vorbei: Ich habe »Die Odyssee« immer noch nicht gesehen. Lauter Gelegenheiten, die ich aus ärgerlichen, tragikomischen oder einfach nur jämmerlichen Gründen verpasst habe. Nach all den eitlen Debatten hat sich bei mir auch ein gewisser Überdruss eingestellt.
Wenn Regisseure sich als Insektenforscher bezeichnen, stimmt das glücklicherweise in den seltensten Fällen. Für den Japaner Shohei Imamura mag man diese Selbstbezichtigung noch gelten lassen, bei ähnlichen Bekenntnissen seines Weggefährten Nagisa Oshima sind schon Zweifel angebracht. Der Katalane Bigas Luna hat ebenfalls einmal den Blick des Entomologen für sich reklamiert, was angesichts seiner heißblütigen Melodramen immerhin interessante Perspektiven eröffnet.
Ehsan Khoshbakht ist auf dem besten Wege, im Filmbereich das zu werden, was Hans-Ulbricht Obrist in der bildenden Kunst ist: der maßgebliche, der einflussreichste, der Weltstar unter den Kuratoren. Vielleicht irre ich mich und er hat dies Ziel längst erreicht.
Vor einigen Wochen nahm ich mir vor, meinen Freund Rainer auf die Probe zu stellen. Ich hielt mich nicht mit langen Vorreden auf, sondern kam gleich auf den Punkt. „Was hälst Du“, fragte ich ihn, „von einer Bamberova Potevka?“ Er musste nicht einmal eine Sekunde überlegen, bevor er antworte: „Sie ist deliziös“.
Es war keineswegs auszuschließen, dass es in der Passage Victor Segalen ein Kino namens "Channel" gibt. Mit den Multiplexen in den Docks Vaubain liegt die Autorin schließlich richtig. Überhaupt wirkt Maylis de Kerangals Roman höchst ortskundig. Der Angabe von Adressen, Film- sowie Serientiteln ist meist zu trauen.
Es klingt nach einer steilen These, aber ich habe den Eindruck, in England sei nach dem Brexit das Interesse am Beitrag von Einwanderern und Geflüchteten zur britischen Kultur des letzten Jahrhunderts immens gestiegen. Ein Beleg dafür wäre Owen Hatherleys Studie "The Alienation Effect", die unlängst ausgiebig diskutiert wurde auf der Insel. Jemand, der die Filmkultur der Nachkriegszeit maßgeblich geprägt hat, ist Karel Reisz, der heute vor 100 Jahren im tschechischen Ostrava geboren wurde.
Der sommerlichen Idylle bleibt nur eine kurze Frist. Im Haus in der Sierra, das Diego von seinem Vater geerbt hat, lässt sich die sengende Julihitze gut ertragen. Das Glück freilich, das der Zeitungsjournalist dort mit seiner Frau Teresa und ihrer gemeinsamen Tochter Berta erlebt, lodert. Das Leben zeigt sich an diesem friedlichen Ort in all seiner Pracht.
Als im letzten Herbst »Rückkehr nach Ithaka« herauskam, war meine Kollegin Alexandra Seitz sehr angetan von dieser Odyssee-Version. In der Bilanz ihrer Kritik, kommt ein Adjektiv vor, das mich damals beim Lesen verblüffte: bescheiden.
Russell T Davies spricht über seine neue Serie »Tip Toe«, wachsende Homophobie, Online-Hass und die Schattenseiten queerer Sichtbarkeit – und erklärt, warum gesellschaftlicher Fortschritt niemals selbstverständlich ist.
Bella Ramsey und Neil Patrick Harris sprechen über Dreharbeiten wie im Ferienlager, die Vorbereitung auf ihre Rollen und warum Musik, Vertrauen und echte Emotionen den Film so besonders machen.
Jutta Brückner hat als Autorin und Regisseurin den feministischen Zweig des Neuen Deutschen Films maßgeblich geprägt. Jetzt kommt eine neue Arbeit von ihr ins Kino. Claudia Lenssen blickt zurück.