Heike Kühn

Filmkritiken von Heike Kühn

Ewan McGregor und Eva Green als Liebespaar, das zusammenfinden will, während rund herum den Menschen das Riechen, das Schmecken, das Hören und das Sehen vergeht – so sinnlich wie »Perfect Sense« war noch keine Filmapokalypse
Buddha oder Gartenzwerg? Die deutschen Ehemänner, die mit ihren südkoreanischen Ehefrauen im Alter nach Südkorea ausgewandert sind, haben es nicht leicht. Für ihre reemigrierten Frauen ist es der zweite Heimatverlust. Ein wunderbarer Dokumentarfilm von Sung-Hyung Cho (»Full Metal Village«)
Ein Film wie eine Gebrauchsanleitung zur Zusammensetzung multipler Persönlichkeiten. Zugleich eine Liebesgeschichte, die in ihrem ekstatischen Schwindel nebenbei den Konflikt von Moderne und Tradition auslotet
Daniel Waltas Regiedebüt »Jakobs Bruder« schickt Klaus J. Behrendt und Christoph Maria Herbst als ungleiche und verzankte Brüder durch deutsche Lande. Die Brüder versöhnen sich, der Zuschauer scheidet im Zorn über sinnlos vergeudete Lebenszeit
Igor Heitzmanns tiefgründiger Dokumentarfilm »Nach der Musik« über seinen berühmten Vater, den Dirigenten Otmar Suitner, ist mehr als die Biografie einer öffentlichen Person – der Sohn reflektiert dabei sein eigenes Vater-Bild
Wie in vielen südkoreanischen Filmen wird auch in dieser Leidensgeschichte einer Frau das Primat des gleichmütigen Lächelns mit Macht gebrochen: In einer Gesellschaft, die sich dem Kontroll- und Leistungswahn überlassen hat, sind die Ausfälle aus dem Normativen umso gewaltiger
Sind wir dem Schicksal ausgeliefert? Woody Allens Film »Cassandras Traum« spielt mit dem scheinbar Unvermeidlichen und variiert die zum Weinen komische Weisheit um die Prophezeiung über den Untergang Trojas
In der mythischen Stadt Casablanca überschneiden sich die Wege einer Polizistin, einer Gelegenheitsprostituierten und eines Auftragskillers. Mit »WWW: What a Wonderful World« gelang dem Marokkaner Faouzi Bensaïdi ein Film, der Crimestory und Liebesgeschichte gekonnt vermischt
XXY
Es ist schwer genug, aus der Pubertät als Mann oder Frau hervorzugehen. Die 15-jährige Alex ist intersexuell, hat Brüste und Penis und ein großes, verwirrtes Herz. Was soll aus ihr werden in einer Welt der gewaltsam eingeklagten Eindimensionalität? Weltweit mit renommierten Preisen ausgezeichnet, plädiert Lucia Puenzos Filmdebüt »XXY« für eine erweitere Sicht auf den Menschen, gleichviel, wie viel er ist
Bad things happen? Dustin Hoffman und ein junger Jake Gyllenhaal in einem gelungenen Film über die Schwierigkeit zu trauern