Kritik zu Töchter Europas

© Real Fiction Filmverleih

2026
Original-Titel: 
Töchter Europas
Filmstart in Deutschland: 
16.07.2026
L: 
80 Min
FSK: 
Ohne Angabe

Ein dokumentarisches Roadmovie, das die Reise durch Europa in Fernbussen ausschließlich aus der Perspektive von Frauen zeigt.

Bewertung: 3
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Seit vielen Jahren liefert nur noch das europäische Fernbusnetz die transnationalen Verbindungen von Spanien bis nach Osteuropa, die es bei der Bahn nicht mehr gibt. Diese Unterwegsromantik nimmt auch der Film von Iris Janssen und Verena Kuri zum Ausgangspunkt für eine filmische Reise, die von den nächtlichen Busterminals ungenannter Städte über dunkle Autobahnen durch ortlose Landstriche, verschneite Bergregionen und wiederholte Grenzkon­trollen zu ebenfalls wiederkehrenden Großparkplätzen und einem neuen Busbahnhof führt: Räumlich undefinierte Orte, von deren bunt gemischtem Wartevolk die Kamera von Andrés Hilarion für diesen Film nur den weiblichen Teil in den Blick nimmt: junge und alte Einzelreisende, Paare und Großfamilien. Und in der Nähe der Busbetriebshof, wo Reinigungstrupps, Waschstraßen und Werkstätten die großen Gefährte für den nächsten Einsatz aufbereiten.

Zwischen solchen Werkstattszenen und vielen atmosphärischen Bildern kommen neben über Fernbeziehungen räsonierenden Studentinnen oder einer spanischen Reinigungsfrau auch einige Personen ausführlicher zu Wort: Eine zwischen Fernbus und einem Wohnwagen im Wald pendelnde Gruppe ukrainischer Frauen samt Kind und Kater. Und zwei deutschsprachige Busfahrerinnen, die in Schnipseln auch ihre jeweiligen im ganz wörtlichen Sinn bewegten persönlichen Geschichten erzählen.

Strukturierende Elemente des Films sind neben fast experimentellen Einschüben mit suggestiver elektronischer Musik die wiederholten Aussichten aus dem Fenster auf Überprüfungen von Personen und Gepäck an von Zoll und Polizei improvisierten Kontrollstationen. Vermutlich heimliche Blicke auf die Separierung von Menschen mit dem falschen Aussehen und ohne die richtigen Papiere, die auch starke dokumentarische Momente sind. Doch die kaleidoskopische Montage des Films lässt viele andere Einzelmomente im Gesamteindruck eher konstruiert erscheinen. So auch die wohl als Kommentar gemeinte etwas verstiegene Rahmung durch deutsche Grammatikübungen aus der App: »Wir werden unterwegs gewesen sein«.

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