Kritik zu How To Make A Killing – Todsicheres Erbe
Inspiriert von der britischen Kultkomödie »Adel verpflichtet«: Um an das Vermögen seiner schwerreichen Familie zu kommen, wird der von Glen Powell verkörperte Becket Redfellow zum Serienmörder.
Geld macht nicht glücklich? Becket Redfellow würde definitiv widersprechen. Als Kind und Jugendlicher musste der von Glen Powell gespielte Protagonist (und leidlich zuverlässige Erzähler) von »How to Make a Killing – Todsicheres Erbe« schließlich am eigenen Leib erfahren, wie hart und oft unglücklich ein Leben verlaufen kann, wenn eben kein Geld vorhanden ist. Was in seinem Fall doppelt bitter ist, weil er eigentlich Spross eines schwerreichen Familienimperiums ist, aus dem seine Mutter ausgerechnet durch seine Geburt verstoßen wurde.
Auch als Erwachsener in New York ist Becket aber immerhin noch die Nummer 8 in der Erbfolge, und ein zufälliges Wiedersehen mit seiner wohlhabenden Jugendliebe Julia (Margaret Qualley) löst in ihm endgültig den Wunsch aus, auf dieser Liste ein wenig nach oben zu klettern. Was – dank einer guten Portion kaltherzig-kriminellen Geschicks und vor allem einer größtenteils mehr als unsympathischen Verwandtschaft – praktisch so leicht getan wie gesagt ist. Wobei amouröse Gefühle, auch für Ruth (Jessica Henwick), die Freundin eines seiner Cousins, ein absolut skrupelloser Großvater (Ed Harris) und hartnäckige FBI-Ermittler*innen die Sache für Becket nicht unbedingt einfacher machen. Doch von der Tatsache, dass dieser Film nur wenige Stunden vor Beckets geplanter Hinrichtung wegen Mordes einsetzt, sollte man sich nur bedingt irritieren lassen. Für seinen zweiten Film nach dem gelungenen Debüt »Emily the Criminal« hat sich Regisseur und Drehbuchautor John Patton Ford von der legendären Krimikomödie »Adel verpflichtet« inspirieren lassen.
Das Element des britischen Standesbewusstseins kommt ihm bei der Übertragung des Stoffes an die US-Ostküste wenig überraschend abhanden, doch das ist – ähnlich wie die Tatsache, dass nun nicht mehr alle Opfer von einem Verwandlungsgenie wie Alec Guinness verkörpert werden – nicht das größte Problem von »How to Make a Killing«.
Bedenklicher, dass der Film auf allen Ebenen zu wenig auffährt. Die Plot-Twists sind nicht überraschend genug, der Humor ist nie ausreichend böse, und die Spannung köchelt nicht einmal auf Sparflamme. Ford hat wenig zu sagen über Sozialneid, männliche Selbstwahrnehmung oder andere verwandte Themen, die sich hier auftun und satirisch hätten seziert werden können. Im zuletzt ohnehin oft arg seichten Gewässer des »Eat the Rich«-Genres schwimmt dieser Beitrag so leider bloß an der absoluten Oberfläche.
Ein komplexer Protagonist, der zum Mitfiebern einlädt, hätte womöglich einiges herausgerissen, doch jenseits seines bizarren Namens bleibt Becket Redfellow eine weitestgehend glatte, austauschbare Figur, die nicht dazu taugt, die Botschaft von »How to Make a Killing« über ein plumpes »Moralisch verdorben sind sie alle« zu erheben. Und dass selbst Glen Powell dieser Figur keine zusätzliche Facette abringen kann, weckt allmählich den Verdacht, dessen Leading-Man-Charisma könnte nach »A Killer Romance« (aka »Hit Man«) doch überschätzt worden sein.




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