Kritik zu Eagle Eye – Außer Kontrolle

© Universal Pictures

Der Regisseur D.J. Caruso hat sein Handwerk bei John Badham gelernt. Und er zitiert gerne mal Alfred Hitchcock. Sein neuer Film, ein Paranoiathriller, verbindet beides: temporeiche Action und klassische Motive

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Nachdem er mit »Disturbia« so etwas wie eine Teenieversion von »Das Fenster zum Hof« vorgelegt hatte, erweist D.J. Caruso dieses Mal dem Finale von »Der Mann, der zuviel wusste« Reverenz – zwar nicht mit einem Paukenschlag, sondern mit dem Ton einer Trompete. Und was wir zuvor gesehen haben, wirkt wie eine zeitgemäße Variante von »Der unsichtbare Dritte«. So wenig wie man sich dort den von Cary Grant verkörperten Werbefachmann als Geheimagenten vorstellen konnte, so wenig glaubt man, dass hier Shia LaBeouf als Jerry jener Terrorist ist, als den ihn das FBI jagt. Sein New Yorker Apartment mag vollgestellt sein mit modernsten Waffen und Chemikalien, aber wenn der Schein nicht trügen würde, müsste er ja wirklich »der dümmste Terrorist der Welt sein«, wie er selbst sagt.

So fantastisch dieser Anfang ist – im weiteren Verlauf entwickelt sich der Film hin zu einer immer größeren Wirklichkeitsnähe. Spätestens, wenn Jerry seine ganzen persönlichen Daten auf einer Videowand vorgeführt werden und der Verteidigungsminister dazu das Geheimprojekt »Eagle Eye« präsentiert, das eine totale Überwachung als Prävention gegen Terrormaßnahmen vorstellt, begreift der Zuschauer die Zusammenhänge. Dies sind die faszinierendsten Momente des Films, verpackt in einen thrill ride, eine fast ununterbrochene Folge von rasanten Actionszenen. Es ist übrigens eine weibliche Stimme, sanft, aber bestimmt, die Jerry und der alleinerziehenden Mutter Rachel Holloman (Michelle Monaghan) die unmöglichsten Dinge befiehlt, sie von einem Ort zum anderen hetzt und jeden Widerspruch brutal ahndet.

»Eagle Eye« entwirft nicht nur das Bild einer totalen Überwachung, sondern eines der eingreifenden Kontrolle, ob sich nun die Ampeln bei einer Verfolgungsjagd wie von Zauberhand auf Grün schalten oder ob der Ausleger eines Baukrans sich plötzlich »verselbstständigt« und Jerry die Flucht aus dem FBI-Büro ermöglicht.

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