Kritik zu Die Monster Uni

© Disney

2013
Original-Titel: 
Monsters University
Filmstart in Deutschland: 
20.06.2013
L: 
110 Min
FSK: 
keine Beschränkung

Die Monster AG war 2001 ein Riesenhit für Pixar, mit über zehn Jahren mussten die Fans ungewöhnlich lange auf ein Sequel warten – das sich nun als Prequel erweist, das die Vorgeschichte der Freundschaft zwischen Mike und Sulley erzählt

Bewertung: 3
Leserbewertung
3
3 (Stimmen: 1)

Statt die Geschichte der Monster AG fortzuschreiben, erzählt das Prequel Die Monster Uni nun, was vorher geschah. Wir erfahren, dass die Monster, bevor sie ihr Handwerk als Kindererschrecker ausüben können, tatsächlich eine Universität besuchen müssen, wo sie lernen, wie man die Kleinen am eindrucksvollsten ängstigt. Der Film zeigt zu Beginn wie Mike, das kleine grüne Kullerauge, inspiriert von einem Klassenausflug in die Monsterfabrik bereits als Schüler von diesem Beruf zu träumen beginnt – eine rührende Rückblende als Fingerzeig, dass man seinen Träumen immer eine Chance geben sollte.

Jahre später also schreibt Mike sich tatsächlich als Student ein und gehört bald zu den Besten in seiner Klasse – aber leider nur in der Theorie, denn ihm fehlt es schon vom Äußeren her an »Monsterhaftigkeit«. Wer die Monster AG gesehen hat, wird wissen, dass Mike später im Team zusammen mit seinem großen Freund, dem plüschigen James P. Sullivan,arbeitet, wobei es Letzterer ist, der sich durch die Tür in die Kinderzimmer schleicht, um die Kleinen zu erschrecken. Zur Erinnerung: Die Angstschreie der Kinder werden in Kartuschen komprimiert und bilden die Energiezufuhr in Monstropolis.

Im Studentenwohnheim treffen wir auf einige alte Bekannte, und der Reiz der Vorgeschichte könnte sein, dass man sich nun amüsiert zurücklehnt, das Ende der Geschichte bereits kennend. Mit bekannten Versatzstücken zu arbeiten, kann witzig, aber auch langweilig sein, in diesem Fall ist es eher langweilig. Mike und Sulley sind keineswegs sofort befreundet, denn Sulley, dessen Vater ein bekannter Schrecker war, findet Lernen ziemlich überflüssig. Dramaturgisch ergibt sich daraus jedoch nicht viel. Anders als noch in Die Monster AG werden diesmal die psychologischen Befindlichkeiten der Freunde ausgeleuchtet. Wir lernen unter anderem, dass Sulley mitnichten der coole Schrecker ist, der er vorgibt zu sein. Wie es sich für einen Highschoolfilm gehört, gibt es Ärger mit den Lehrern, kämpfen Teams um einen Pokal, werden die Loser gemobbt und ehemalige Konkurrenten zu dicken Freunden. Am Ende wird der bekannte Topos des American Dream bedient: Nachdem Mike und Sulley von der Uni geflogen sind, gelangen sie auf andere Weise zu ihrem Berufsziel. Vom Briefsortierer über den Küchenhelfer bis ganz nach oben zum Schrecker. Irgendwie müssen sie schließlich da hinkommen, wo wir sie in der Monster AG kennengelernt haben.

Leider sind Folgefilme – egal ob als Sequel, oder wie hier als Prequel kaschiert – nur selten so gut wie die Erstlinge. Auch in Die Monster Uni wirkt vieles zu bemüht, Spannung kommt selten auf. Und was in Die Monster AG noch ein echter Clou war, etwa dass die Monster mehr Angst vor den Kindern als diese vor ihnen hatten, ist durch nichts gleichwertig fortgeschrieben. Parallelwelten wie Monstropolis sind schließlich nicht per se spannend, sondern man muss sie mit überraschenden Effekten ausstatten und in einen Konflikt zum anderen Universum setzen, sonst bleibt nur ein schaler Geschmack des allzu Banalen als Spiegelbild unserer eigenen Realität zurück.

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