Filmkritiken
Woche vom 04.02.2026
Theodor Storms Novelle »Der Schimmelreiter« von 1888 liefert Stoff für die Gegenwart. Didaktische Elemente verbinden sich aber nicht immer organisch mit der Geschichte eines Außenseiters und seines Kampfes gegen den Klimawandel.
Inspiriert von Dantes Inferno, entwirft Gala del Sol in ihrem Langfilmdebüt ein Kino der Nacht, in dem Körper, Musik und Begehren wichtiger sind als klare Dramaturgie. Nicht alles fügt sich in diesem düster schillernden Seelenhandel, doch aus dem Überfluss entsteht eine eigene, unverwechselbare Handschrift.
Lebendiges dokumentarisches Porträt einer streitbaren Comedian und Aktivistin, das fragmentarische Einblicke in aktuelle Befindlichkeiten der israelischen Linken bietet.
Regiedebütant Lauro Cress und sein Co-Autor Florian Plumeyer haben Stefan Zweigs Vorlage frei und zugleich mit großer emotionaler Präzision adaptiert. Souverän erkunden sie die Schattierungen von Mitgefühl, Aufrichtigkeit, Stolz und Liebe. Das einnehmende Ensemble trägt maßgeblich zur elektrisierenden Frische des Melos bei.
Hasan Hadi erzählt in seinem warmherzigen Regiedebüt aus kindlicher Perspektive von Würde unter Zwang und Mut im Schatten der Diktatur Saddam Husseins. Eine kleine Geschichte, die zum Porträt der irakischen Gesellschaft Anfang der 1990er wird, ohne je ins Thesenhafte zu kippen.
Park Chan-wooks neues Werk ist eine virtuos inszenierte Satire auf den Spätkapitalismus: Stets zwischen Schrecken und Spaß wechselnd, erzählt sie von einem Angestellten, der wegrationalisiert wird, doch seinen Status und Wohlstand mit drastischen Mitteln verteidigt.
Dichtes Psychogramm einer dysfunktionalen Familie vor der winterlichen Kulisse Griechenlands voller sanfter Melancholie, in dem jede Figur mit ihren eigenen Dämonen kämpft – überzeugender Cast.



