Aktuelles
18.09.2026
Visar Morina, deutscher Regisseur und Drehbuchautor, 1979 in Pristina geboren, lebt seit seiner Jugend in Köln. Filmstudium an der KHM Köln. Sein Spielfilmdebüt »Babai« gewann 2015 den Regiepreis in Karlovy Vary. »Exil« (2020) wurde als bester Film in Sarajevo ausgezeichnet und war Kosovos Oscar-Beitrag. »Von Scham und Geld« erhielt im Januar beim Sundance-Festival den Großen Preis der Jury.
15.09.2026
Marie Kreutzer, geboren 1977 in Graz, studierte Drehbuch und Dramaturgie an der Filmakademie Wien. Ihr Langfilmdebüt »Die Vaterlosen« lief 2011 bei der Berlinale und gewann den Großen Preis der Diagonale. »Der Boden unter den Füßen« konkurrierte 2019 um den Goldenen Bären. International bekannt wurde Kreutzer mit »Corsage« (2022) mit Vicky Krieps, der in der Cannes-Sektion Un Certain Regard Premiere feierte. Mit ihrem aktuellen Film »Gentle Monster« wurde sie im Mai erstmals in den Wettbewerb von Cannes eingeladen
14.09.2026
Überraschung bei den Filmfestspielen Venedig: »Kvinde, ukendt« gewinnt den Goldenen Löwen und Mathilde Arcel den Darstellerinnenpreis. Der hoch gehandelte Dokumentarfilm »NAZA« erhält nur einen Spezialpreis.
12.09.2026
Miese Dates, tolle Freundinnenschaft: Katja von Garniers Publikumshit von 1993 kommt ab 17.9. in ausgewählte Kinos.






Mad Max - Fury Road
Ja, und dann wäre da noch Imperator Furiosa aus "Mad Max - Fury Road". Charlize Theron spielt die Figur mit Plan, charakterlicher Entwicklung, Heldenreise, kurz: die Protagonistin des Films.
Die Besatzung des "War Rig" besteht außer der starken Frontfrau aus vor dem Schicksal als Sexualobjekt und Gebärmaschine geflohenen jungen Frauen und zwei Typen, die sich von ihren "typisch maskulinen" Zielen ("Überleben/eigenen Weg gehen" und "Valhalla!!!") ab- und ihrer femininen Seite zuwenden, um schließlich alle gemeinsam als kluges Kollektiv gegen die stoisch auf Aufrüstung bauenden Machokrieger zu siegen und am Ende die diktatorische Zitadelle in eine gerechtere, hoffnungsvollere Keimzelle einer Zukunft zu verwandeln versprechen (zumindest den Zuschauern, das Ende bleibt ja offen wie nix). Das alles aber verpackt im furiosesten Actionfilm des Jahres - das ist subversiv "feministischer" als das meiste, was sich offensichtlicher diesem Thema widmet. Und zwar gerade dadurch, dass es so unausgesprochen bleibt.
Schönster Moment: Wenn Max nur noch einen letzten Schuss hat, Furiosa sich hinter ihn stellt, er ihr wortlos das Gewehr reicht, sie seine Schulter als Stativ benutzt, knapp anmerkt "Don't breathe", schießt - und trifft.
Natürlich kann man über den "Wet T-Shirt contest" in der Wüste oder die allzu hübschen Geliebten Joes sinnieren - aber das bleibt alles in der Logik des natürlich männlich dominierten Kosmos. Der aber eben infrage gestellt wird wie selten. Ähnlich, wie "Avatar" ein eindeutiger Kommentar zu militärischem US-Imperialismus in Vietnam oder anderswo war - wobei die Schlachten und Kampfmaschinen natürlich das Herz jedes Waffennarren höher schlagen ließen, aber der Protagonist sich eben abwendet und die Kriegsmaschine am Ende einfach nach hause geschickt wird.
Hier werden Dramaturgien erprobt, die mit Herkömmlichen brechen, auch was die Geschlechterrollen angeht. Wie Brecht schon sagte, kommt es nicht darauf an, die gesellschaftlichen Zustände "widerzuspiegeln", sondern ihnen "den Spiegel vorzuhalten". Schön, wenn das auch immer öfter im Mainstreamkino geschieht.