Kritik zu Stromberg – Wieder alles wie immer

© Filmwelt Filmverleih

2025
Original-Titel: 
Stromberg – Wieder alles wie immer
Filmstart in Deutschland: 
04.12.2025
L: 
100 Min
FSK: 
12

Die überraschend reflektierte Meta-Comedy über den kultigen Büroschinder scheut sich nicht, aktuelle gesellschaftlichen Debatten auseinanderzunehmen, und lässt ihre Protagonisten gerade durch ihre Überforderung zu echten Identifikationsfiguren werden. Der aus der Zeit gefallene Bernd Stromberg ist mit der Zeit gegangen

Bewertung: 4
Leserbewertung
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1 (Stimmen: 1)

Muss das sein? Stromberg im Jahr 2025? Gerade werden viele ehemals erfolgreiche Franchises, Formate und Figuren aus der Entertainment-Mottenkiste geholt. »Das Kanu des Manitu« zum Beispiel hat an den Kinokassen jüngst Rekorde gebrochen. Und jetzt ist ausgerechnet er wieder da: Bernd Stromberg, der Arschloch-Chef, ikonisch in Schlips und Trenchcoat mit Henriquatre und Halbglatze; die Kultfigur aus den 2000ern. Abgehakt, hätte man gedacht. Hat er heute wirklich noch etwas beizutragen, das nicht unter eingeschnappte »Das wird man doch wohl noch sagen dürfen«-Comedy fällt?

Regisseur Arne Feldhusen und Autor Ralf Husmann gelingt dieses Kunststück. Sie waren klug genug, nicht das Büro-Experiment der Serie (2004–2012) unter aktuellen Bedingungen zu wiederholen (etwa Stromberg zwischen KI und Home Office), sondern in einer Meta-Comedy zu reflektieren, was Stromberg damals war (Konnte man »sowas« damals wirklich noch sagen? Oder war es immer schon Mist?). Und sie werfen die Frage auf, ob ein Mensch sich verändern kann. Während »Das Kanu des Manitu« so tut, als wäre seit 2001 keine Zeit vergangen und Konfliktfelder wie kulturelle Aneignung, Wokeness und Gendern übervorsichtig umschifft, stürzt sich »Stromberg – Wieder alles wie immer« voll in die Debatten des Post-MeToo-Zeitalters.

Christoph Maria Herbst, der den chauvinistischen und doch bedauernswert überforderten Abteilungsleiter der Schadensregulierung in der fiktiven Capitol-Versicherung zu einem Archetypen für inkompetente alte, weiße Männer in Führungspositionen gemacht hatte, schlüpft erneut in seine Paraderolle. Stromberg ist immer noch der selbstgefällige Tropf mit all seinen Manierismen, dem unbeholfenen Herumgestammel mit nach oben entgleitender Stimme, den unsinnigen Vergleichen, der kraus gezogenen Stirn und dem Nesteln an der Krawatte. Zugleich ist er tatsächlich bemüht, seinen Platz in der neuen (Arbeits-)Welt zu finden. Hat Stromberg dazugelernt?

Man merkt, wie diese Figur, die schon 2004 aus der Zeit gefallen war, an ihrer Orientierungslosigkeit leidet. Über niemanden dürfe man sich mehr lustig machen, beschwert er sich, nur über Männer, die hart arbeiten und auf Frauen stehen. Bei allem Diskurs verliert der Film nie den Witz aus den Augen, auch wenn der zweite Teil weniger Gag-Feuerwerk ist als der erste, aber mit mehr Tiefgang punktet. »Stromberg – Wieder alles wie immer« vermittelt glaubhaft, dass die (unterdrückte) Aggression der Figuren aus ihrer Hilflosigkeit resultiert. In der Authentizität ihres Scheiterns auf der Suche nach Identität, Anerkennung und Liebe werden sie zu Identifikationsfiguren – und muten dem Zuschauer gar zärtliche Szenen zu. »Uns geht es doch auch allen scheiße«, sagt Büromacho Ulf (Oliver Wnuk) und spricht in seiner jungenhaft-unverfälschten »Was denn?«-Attitüde aus, was viele fühlen.

Dennoch erliegen Feldhusen und Husmann nicht der Versuchung, am Enden einen geläuterten Stromberg zu präsentieren. Nur, weil sich die Welt weiterdreht, heißt es nicht, dass sich auch alles zum Besseren wendet. Längst überwunden Geglaubtes kehrt brachial zurück. Opportunismus setzt sich durch. Bernd Stromberg ist eine dankbare Projektionsfläche, um zu demonstrieren, wie die Menschen in unsicheren Zeiten dem scheinbar Altbewährten anhängen. Und genau da muss man sagen, ist ein neuer »Stromberg«-Film nur konsequent.

Meinung zum Thema

Kommentare

Dieser „Film“ hat nichts mit der Serie oder dem ersten Teil zu tun.
Absolut flach und absolut auf politisch
Korrekt. Das erste Mal das ich vorzeitig aus dem Kino raus bin.

Stimme zu! Auch wir haben den Saal vorzeitig verlassen! Absolut vertane Zeit!

Dieser Film hat es geschafft, die Nr, 1 des schlechtesten Films auf meiner Liste der letzten 20 Jahre zu sein. Ich habe noch nie so oft auf die Uhr geschaut, wann dieser langweilige Quatsch mit Soße endlich zum Ende kommt.

Ich stimme zu, wir haben aber bis zum Schluss ausgehalten und es dann bitter bereut. Einfach nur FLACH.

Habe mich geärgert, ins Kino gegangen zu sein. Ist kein Film, eher so eine Art Doku.

Diese Filmkritik ist so schlecht wie der film, der nur daraus besteht, den moralischen Zeigefinger zu heben und die Figur stromberg zu zerstören. Zwar wird er gefeiert aber das soll nur kaschieren dass es den eigentlichen stromberg nicht mehr gibt. Wie üblich heute in Deutschland, wo es nur noch um Moral und linke ideologie geht, aber nicht um spass. Soll diese Kritik das entsprechend aufbereiten? Arm

Noch nie gesehen, dass so etwas gutes so kaputt gemacht wurde.
Dieser Film ist einfach MÜLL.

Unterm Strich fühlt sich das Ganze eher wie ein müder Fanservice-Kassenfüller als wie ein ernstzunehmender Kinofilm an.

Mit Strombergs Transfer in das Jahr 2025 sollen offensichtlich politische Botschaften und diverse gesellschaftliche Fehlentwicklungen gezeigt werden. In zunehmend anstrengender Abfolge werden Filmclips zusammengebastelt, deren Aussagekraft abnehmend Aufmerksamkeit lohnt. Es ist bedauerlich, dass die Kultfigur Stromberg auf diese Weise genutzt wird. Ein Kassenschlager wird‘s dennoch nicht.

Manchmal macht es Sinn, mit dem Zeigefinger irgendwo drauf zu zeigen. Aber es macht auch betroffen, dass sowas mal reale Welt war. Aber was ist denn heute die reale Welt? Macht es denn nicht mehr Sinn, sich mit einer positiven Zukunft auseinander zusetzen als alte Kamellen wieder auf zu kochen. Sogar Politikerinnen haben benannt, dass in der Regierung das alte Machogehabe der Männer wieder zurückkommt. Da gab es bei Lanz mal eine Sendung drüber. Und natürlich sind viele Hengge geblieben gerade weil viele jetzt Angst haben vor Veränderung. Beim Krallen sie an altem fest. Ein Film mit einer guten und zukunftsweiden Verhaltenebene also auch ein Muster. Wie ist denn besser wäre fände ich sehr zuträglich. Warum verstärken wir dadurch in der Bezogenheit alte Verhaltensmodelle? Man könnte sagen, es dient dem Zweck des Erkennens und damit dem Wandel, gerade für die, die sich ertappt fühlen. Mir persönlich hätte einen Film besser gefallen, wenn eben solche peinliche Aussagen von Stromberg auffallen und man eine Gegenwirkung erzielt die sitzt. Der Ausgang nämlich doch wieder beim Alten anzufangen. Obwohl er ja eigentlich gestorben wäre, fand ich intellektuell schwer. Manche versteht es vielleicht sogar miss.
Wie viel Leute machen sich die Mühe, sich Kritiken anzuhören und das tiefer zu hinterfragen. Vielleicht gibt es genügend Menschen da draußen, die die verkehrte Botschaft mit dem Film bekommen. Auch wenn der Titel so heißt und schon darauf hinweisen sollte. Naja, es ist eine kleine Meinung von mir und vielleicht motiviert es ja den ein oder anderen mal dahin zu denken. Ich habe doch gehalten bis zum Ende, obwohl ich am Schluss sogar auch etwas müde und schlummerig war.

Leider noch nicht so etwas schlechtes gesehen.
Hat mit Stromberg nicht zu tun

Man sollte sein Geld und die Zeit zurück fordern.
So eine Zumutung und wahnsinnige Enttäuschung über Herbst, dessen Filme bisher soooo gut waren.

Ich verstehe nicht was alle haben. Ich fand den Film super! Man hat sich zwar nicht durchgehend kaputtgelacht, aber der ganze Kinosaal hatte fand den Film witzig, unterhaltsam. Alle haben unseren Lurchi gefeiert!

Mein Tipp für alle: die Serie schauen und auch noch den ersten Film schauen und dann aufhören. Der aktuelle „Film“ ist wirklich grauenhaft und zerstört die ganze Figur „Stromberg“. Der Film will so viel deutsche Korrektness rüberbringen dass einem schlecht wird. Noch nie haben sich so viele Leute im Kinosaal unwohl gefühlt… echt schade

Unter allem Niveau, eine Zumutung, Geld- und Ressourcenverschwendung. War noch nie so enttäuscht von einem Film.

Absoluter Müll
Kino vorzeitig verlassen……..Ich finde das eine Frechheit am Publikum

Unsere komplette Familie ist mit totaler Vorfreude ins Kino gepilgert! Alle sind wir große Stromberg Fans und kenne jede Folge!
Wir sind maßlos enttäuscht und traurig, dass so eine Comedyfigur wie Stromberg, so zerstört wird. Die Jugend wird dargestellt- nur am Handy und Stromberg wird permanent vorgeführt. Ich frag mich was man sich da gedacht hat, den Fans sowas vorzusetzen! Wirklich passend für diese Zeit!

Es ist sehr schade das Stromberg so kaput gemacht wurde.Eine tolle Serie einfach auf die Leinwand zu werfen mußte einfach schief gehen.

Kann mich nur anschließen. Mit dem damaligen Stromberg hat das leider gar nichts zu tun. Wer gehofft hatte dem aktuellen Gender und Polititisch Korrektheitswahn mal für zwei Stunden zu entkommen, wurde leider herbe enttäuscht. Mit dem Film hat man sich echt keinen Gefallen getan.

Für mich der schlechteste Film, den ich je gesehen habe und zum
Ersten Mal haben wir das Kino in der Mitte des Film verlassen…

Wer seelische Qualen erleiden möchte, sollte sich diesen schlecht gespielten inhaltslosen Schrott geben. Niemand lachte. Alle Schauspieler waren so schlecht, dass es zum Fremdschämen war.

Es war eigentlich nur ein Rückblick auf die vergangenen Folgen, hat mit dem ersten Film nichts mehr zu tun. Es ging wohl nur darum, die Figuren nochmal zusammen zu führen. Fremdgehen, Alkoholproblem und Social Media stehen im Mittelpunkt. Hat mit Stromberg und Büro nichts mehr zu tun. Schade, gerade wenn man damit aufgewachsen ist, dass es so kaputt gemacht wurde.

Ich habe den Film heute gesehen und verstehe die schlechte Kritik nicht. Es geht und ging auch nicht darum einen "hippen" Streifen abzuliefern, sondern die kaputten Charaktere nochmal in gewohnter Kaputtheit mit all ihren Problemen gegen die jetztige Zeit zu halten und zu zeigen, wie weit man mit dem Humor von damals doch gegangen ist. Interessant wird aber das Ende. Hier könnte man die Serie wieder andocken.... Denkt mal darüber nach... ;)

Klar, die Figuren hätten mehr aus sich herausgehen können. Aber die Botschaft kam rüber: Brücken bauen zwischen jung und alt und verschiedenen Weltanschauungen.

Der Film ist eine reine moralische Abrechnung mit der alten Stromberg-Figur. Dieser alte Stromberg bekommt in allen Belangen sein Fett weg und dient lediglich als reines Negativ-Beispiel um den Zuschauer moralisch zu belehren. Komischerweise betreffen diese Belehrungen lediglich Stromberg u. "den Ulf". Die neue Figur des toxischen Influencers, der ohne moralische Grenzen sämtliche intimen Momente der Anderen live-streamt , wird dabei nur mal eben mit einem mehr oder minder strengem "Du, du, du" ermahnt. Aber kein Wunder denn für eine angemessene Auseinandersetzung mit dieser Problematik blieb in dem Film neben dem Stromberg-Bashing wohl keine Zeit mehr. Wenn ein Film in einer derart krasses Weise moralisiert, sollte er dies doch in alle Richtungen tun um wenigstens ein wenig Glaubwürdigkeit zu bekommen.

Ich hätte Eure Kritik vorher lesen sollen. Ein Graus!
Hat die Bezeichnung Film nicht verdient. Wer da reingeht weil er Stromberg feiert muss eigentlich an der Kasse gewarnt werden.

ICH HABE DEN FILM ALS ÄUSSERTS GELUNGEN WAHRGENOMMEN. DIE REALKRITIK AUF UNSERE ZEIT UND GESELLSCHAFT MACHT DEUTLICH, DASS OPPORTUNISMUS UND EGOMANIE AUF PERFIDE WEISE IMMER OBEN SCHWIMMT - UNTERSTÜTZT VON MILLIONEN VON BLINDEN FOLLOWERN. MAN DACHTE VOR EIN PAAR JAHREN, DASS DER "OLD WHITE MAN" AUSGEDIEHNT HAT UND SICH NEUE, BESSERE, OFFENE ZEITE UND SICHTWEISEN DURCHSETZEN - ERSCHRECKENDERWEISE KAM ES MIT BRACHIALER GEWALT ZURÜCK. SO WIE DER PAPA - IMMER ICH VOR ALLEN ANDEREN - NICHT ERNST GEMEINTE ENTSCHULDIGUNGEN PASSEN SEHR GUT INS BILD. EIN FILM DER SICH LOHNT UND DER DENKANSTÖSSE SETZT, WO DIE GESELLSCHAFT STEHT UND MAN SICH FRAGEN DARF, WO SIE HINWILL - WIEDER ZURÜCK ZU STROMBERG, STEFAN RAAB und TUTTI FRUTTI ?

Der größte Schwachsinn, den ich die letzten Jahre gesehen habe. Zum Glück blieb mir die letzte halbe Stunde erspart, weil ich eingeschlafen und beim Abspann wieder aufgewacht bin. Selbst 10 € sind für so einen Bloedsinn zu schade.

Das ist meine erst Rezession. Aber meine Enttäuschung über den Film ist so masslos..
Als großer Stromberg Fan empfand ich den Film als Zumutung. Schade, dass man die Stromberg Figur so kaputt gemacht hat.
Ich hoffe, dass sich das auch an den Kinokassen bemerkbar macht. Der schlechteste Film, den ich bisher gesehen habe.

Ich habe noch nie so einen schlechten, langweiligen Film gesehen. Bin stolz auf meine Frau und mich, dass wir 65 Minuten ausgehalten haben bis wir das Kino verlassen haben. Tipp an alle die das lesen, bleibt zu Hause und lasst euch für das Geld 2 Pizzen kommen!

Absoluter Reinfall, vertane Zeit und rausgeschmissenes Geld....das sollte man auch klemmen, einfach schnell vergessen und auf besseres hoffen....

Ich habe mich köstlich amüsiert. Der Film spielt genial mit den Verkrampfungen der heutigen Zeit und der Erkenntnis, auch früher war nicht alles besser.
Wie beim Klassentreffen nach 20 Jahren: Die Charaktere ändern sich nicht, sie werden nur älter und kantigen. lol

Sorry, aber diesen Film kann man bei Weitem nicht empfehlen, ich würde sogar sagen „mehr als peinlich!!!“ Schade, aber wer dieses Drehbuch geschrieben hat, sollte zukünftig einer anderen Tätigkeit nachgehen

Die Botschaften, welche manche Kritiken hier dem Film abgewinnen möchten, retten die Sache nicht. Selten so gelangweilt und mehrere Male vom Sekundenschlaf aufgeschreckt. Tödlich langweilig mit einer inhaltsleeren Handlung. Ich kann mich allen negativen Bewertungen in allen Ausprägungen nur anschließen.

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