Cannes-Blog

Patrick Heidmann

So sehr hatte »Fjord«, der neue Film von Cristian Mungiu, nach seiner Weltpremiere in Cannes die Gemüter gespalten, dass am Ende kaum einer mit einer Goldenen Palme für den Rumänen rechnete. Doch nach einem Wettbewerb, in dem viele die ganz großen Höhepunkte vermissten, auf die sich alle einigen konnten, war es dann am Ende doch eine fast schon schlüssige Entscheidung, dass der Hauptpreis der 79.

Patrick Heidmann

Viel wurde schon im Vorfeld der 79. Internationalen Filmfestspiele lamentiert, dass Hollywood in diesem Jahr einen Bogen mache um die Croisette, und tatsächlich kann man zur Halbzeit des Festivals festhalten: Die Abwesenheit des US-amerikanischen Mainstreams macht sich durchaus bemerkbar. Einen großen Event-Film, den jeder gesehen haben will, vermisst man durchaus, und auch die riesigen Werbe-Plakate der großen Studios fehlen, die sonst an den Fassaden der Luxus-Hotels hingen. Jetzt hat auch noch Barbra Streisand abgesagt!

Patrick Heidmann

Strahlender Sonnenschein und die wärmsten Temperaturen der Woche sind für den Dienstagabend in Cannes angekündigt, ganz standesgemäß also für die Eröffnung der mittlerweile 79. Internationalen Filmfestspiele.

Barbara Schweizerhof

Die Erfolgsbilanz für deutsches Kino in Cannes ist kurz und größtenteils lange her. Zum vorerst letzten Mal war es lediglich Fatih Akin gelungen, ein bisschen Palmen-Glanz von der Croisette nach Deutschland zu holen: 2017 wurde Diane Kruger als Hauptdarstellerin seines »Aus dem Nichts« geehrt; es war gleichzeitig das letzte Mal, dass überhaupt eine deutsche Regiearbeit im Rennen um die Goldene Palme vertreten war.

Barbara Schweizerhof

Ein Festival ohne politische Polemik hatte Leiter Thierry Frémaux zu Beginn dieses 77. Filmfestivals von Cannes in Aussicht gestellt. Die vielleicht größte Überraschung dieses Jahrgangs besteht darin, dass das Versprechen eingelöst wurde. Tatsächlich fand das Festival am Samstagabend seinen Abschluss mit einer Preisvergabe, die sich so unumstritten wie selten an die während der zehn Tage etablierten Favoriten hielt.

Barbara Schweizerhof

Eine der überraschendsten Wendungen des 77. Filmfestivals von Cannes ereignete sich außerhalb der Leinwand. Zu Beginn hatte die Nachricht, dass der iranische Regisseur Mohammad Rasoulof in seinem Heimatland zu einer mehrjährigen Haftstrafe und Peitschenhieben verurteilt worden war, den Wettbewerb um die Goldene Palme überschattet. Es war davon auszugehen, dass Rasoulofs neuer Film »The Seed of the Sacred Fig« in Abwesenheit seines Schöpfers Premiere feiern müsse.

Barbara Schweizerhof

Kaum ein Genre wird so eng mit der großen Leinwand assoziiert wie der Western. Dass Kevin Costner seinen neuen Film »Horizon« in Cannes vorstellt, erscheint folgerichtig, schließlich hat sich das Festival wie kein anderes in der Auseinandersetzung ums Streaming auf die Seite der Kinoauswertung geschlagen.

Barbara Schweizerhof

Stets dieselben Leute einzuladen, bringt Beständigkeit, aber auch einen gravierenden Nachteil: Man kann von ihnen nur eingeschränkt Neues erwarten. Thierry Frémaux, der seit mehr als 20 Jahren das Programm für das Filmfestival in Cannes bestimmt, hat es zu seiner Marke gemacht, den Wettbewerb an der Croisette als Stammtisch renommierter Filmemacher – darunter nur gelegentlich Frauen – zu organisieren, zu dem jeweils einige wenige Newcomer dazustoßen dürfen. Die Nachteile dieser Strategie zeigen sich in dieser 77.

Barbara Schweizerhof

Für das Programm von Cannes war es ein Mega-Coup, dass hier im Wettbewerb der neue Film von Francis Ford Coppola, »Megalopolis«, Premiere feiern würde. Zum einen, weil Coppola zur Geschichte dieses Festivals gehört, konnte er doch bereits zweimal – 1974 mit dem Abhörthriller »The Conversation« und 1979 mit dem Vietnamkriegsepos »Apocalypse Now« – den höchsten Preis gewinnen. Zum andern, weil »Megalopolis« selbst eine Mega-Vorgeschichte hat.

Barbara Schweizerhof

In Berlin sind die Filme oft politischer, in Venedig ist die Inszenierung exklusiver – aber wenn man ablesen will, wie es um das Filmgeschäft als solches steht, dann gibt es keinen besseren Spiegel als das Festival von Cannes. Auf den ersten Blick signalisiert das Wettbewerbsprogramm in diesem Jahr, dass es zumindest um das europäische Autorenkino nicht schlecht bestellt sein kann.