Kritik zu Iron Man 2

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In der Fortsetzung der Comicverfilmung bekommt es Iron Man alias Tony Stark mit mehreren Gegnern zu tun, hat auch wieder Herzprobleme und durchläuft tatsächlich eine Entwicklung

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Die eine Waffe, die alle Kriege beendet und den Weltfrieden garantiert, ist ein Traum, der stets Ärger herausfordert. So auch in der »Iron Man«-Fortsetzung, in der sich Milliardär Tony Stark zu Beginn auf seine großartig selbstverliebte Art als One-Man-Heilsbringer feiern lässt. Durch sein Eingreifen in Krisenherden in selbst geschmiedeter Ganzkörperrüstung mit Düsenantrieb hat er laut eigener Ansage »den Weltfrieden privatisiert«. In den nächsten zwei Filmstunden geht es also darum, dem Weltritter sein Monopol streitig zu machen.

Seine Gegner sind jedoch nicht Terroristen und ähnliches Gesocks, sondern Landsleute und Geister aus der Vergangenheit: ein Zwergenaufstand von Regierungstypen, die verlangen, dass er dem Militär die Iron-Man-Technologie zu Verfügung stellt; der konkurrierende Waffenmagnat Justin Hammer; das russische Superhirn Ivan Vanko, der über seinen Groll auf Tony Starks Vater zum Psychopathen mit elektrischen Peitschen geworden ist; Tonys Freund Rhodes, der ihn vor sich selbst beschützen will; last not least Tonys leidgeprüfte Assistentin Pepper, die von Tony zur Geschäftsführerin ernannt wird und ihrem egomanischen, heimlich geliebten Boss durch fortwährende Gereiztheit zusetzt. Dann muss auch noch die Überleitung von »Iron Man« zu den »Avengers«, der kommenden Verfilmung von Marvel-Comic-Helden, hergestellt werden.

Wir erinnern uns: In einem übersättigten Comicfilmmarkt war »Iron Man« 2008 ein unerwarteter Hit. Der beste Spezialeffekt dieses Spektakels, das auch Zuschauer anzog, die Superhelden langweilig finden, war Robert Downey Jr. Er verkörperte Tony Stark als selbstironischen Großkotz und Hallodri, dem nonstop sarkastische Pointen aus dem Mund blubbern. Deshalb ist es schon enttäuschend, wie schnell in Teil zwei zum »business as usual« vieler Fortsetzungen zurückgekehrt wird und das Motto »Mehr ist mehr« dominiert. Regisseur Jon Favreau hegt den narzisstischen Zampano mit zerfasern­den Handlungssträngen so sehr ein, dass Downey fast zur Nebensache wird. Der verquere Charme dieses Genies, das nur in seiner Werkstatt ganz bei sich ist und das trotz High-Tech-Schnickschnacks wie ein durchschnittlicher Schrauber wirkt, der sonntags am liebsten unter seinem Sportwagen liegt, bleibt bei den vielen unmotivierten Baustellen ziemlich auf der Strecke.

Auf der Checkliste für ein taschengeldstarkes Publikum werden allerlei Sensationen wie Autorennen, Roboterarmeen à la »Star Wars«, Scarlett Johansson im hautengen Battle-Dress und holografische Computerspielereien abgehakt, aber auch der Anblick von Mickey Rourke, wieder als Scheusal vom Dienst zurechtgemacht, wird keinem Zuschauer das Popcorn im Hals stecken lassen. Gwyneth Paltrow hat die undankbare Rolle der schmallippigen Gouvernante ihres schwer erziehbaren Chefs, und Don Cheadle spielt den kummervoll blickenden Bedenkenträger. Langeweile kommt in dem 200-Millionen-Dollar-Film vielleicht nicht unbedingt auf, aber die Redundanz dieses Aufgebots ist leider nicht zu übersehen.

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