Kritik zu Für immer Shrek

© Paramount Pictures

Shrek, der grüne Riese mit den Trompetenohren, der Kartoffelnase und den schiefen Zähnen, ist längst ein Idol des Hollywood-Kinderkinos. Nun präsentiert Dreamworks nach drei Teilen einen »finalen« vierten Film – in modischem 3-D

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Dreamworks Animation begann als Abspaltung der Disney-Studios, weshalb ironische Seitenhiebe auf den Kitsch des traditionellen Zeichentricks von Beginn an amüsantes Kennzeichen der »Shrek«-Abenteuer waren, die ursprünglich auf ein Kinderbuch von William Steig zurückgehen. Mit dem ersten Film der nun vier Folgen umfassenden Serie führte Dreamworks außerdem die komplett digital produzierte Animation ein und erhielt 2001 dafür sogar den Oscar in der Animationskategorie.

Shrek (dessen Name dem jiddischen Wort für Schreck entspricht) ist ein Unhold wider Willen, nach Hollywoods Küchenpsychologie ein Monster aus mangelndem Selbstbewusstsein. In dieser jugendfreien Version wird der Oger (nur entfernt auf die mythischen Ursprünge als menschenfresserischer Riese anspielend) aus einer ruhigen Sumpfexistenz aufgeschreckt und in irrwitzige Mutproben verstrickt. Es bleibt ihm gar nichts anderes übrig, als ein Königreich zu retten, Schurken in Schach zu halten und eine verwandelte Prinzessin zu erlösen. Doch was tun, wenn das Märchen »auserzählt« ist? Das finale Sequel »Für immer Shrek«, das die erfolgreichen Figuren nun als modische 3-D-Animation präsentiert, wirbelt in einer Zeitreise noch einmal zurück auf Start.

Shreks drei Knopfaugen-Knirpse rauben ihm den Schlaf, die Gänge zur Windelmülltonne öden ihn an. Beim Kindergeburtstag geben ihm der Tortenfraß der drei kleinen Schweinchen und der »Mach den Brüller!«-Befehl eines kleinen Tyrannen schließlich den Rest, der gezähmte Oger fährt aus der Haut, bekommt Streit mit seiner Fiona und stolpert ins Pech. Das tückische Rumpelstilzchen verspricht Trost, nämlich die Rückkehr zu einem Tag echter monströser Kraft. Doch Shrek unterschreibt den Vertrag, ohne das Kleingedruckte zu lesen, er muss erkennen, dass der fiese Zwerg ihm ein »metaphysisches Paradox« verpasst: er hat den Tag seiner Geburt gestohlen.

In einem augenzwinkernden Remix voll parodistischer Verweise beginnt alles von neuem: Der überrumpelte Oger muss die Freundschaft des quasseligen Esels erst noch erringen, der Gestiefelte Kater – vordem ein Ritter mit funkelndem Latin-Lover-Blick – ist zum fetten Schoßkater mutiert, Fiona hat als coole Oger-Amazonin nur den Kampf gegen den diebischen Oberschurken Rumpelstilzchen im Sinn. Shrek weiß, dass nur ein Kuss wahrer Liebe vor Sonnenaufgang die Erlösung aus dem Fluch und die Rückkehr in die Gegenwart verspricht. Nicht blindes Haudrauf bestimmt die Taten, sondern vorsichtiges Werben, das die Nöte des geknickten Helden angesichts der starken Frau mit viel Witz kommentiert. Unterhaltsame Scriptideen, pointierte Dialoge, warme Töne in der digitalisierten Märchenwelt, ein Sound mit viel Popmusik und nicht zuletzt eine gewisse Eleganz im Umgang mit den visuellen Reizen der 3-D-Animation machen das »Shrek«-Finale zu einem unterhaltsamen Kinderspaß.

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