Filmkritiken
Woche vom 20.05.2026
Anhand der gefährlichen Liebesgeschichte einer jungen Zürcherin mit einem mysteriösen Black-Metal-Sänger wird in diesem Debütfilm ein lebendiges Szeneporträt einer musikalischen Subkultur präsentiert, inklusive des Flirts mancher Metalheads mit völkischen Ideologien.
Dass man auch ohne Geld spannende, relevante Filme machen kann, zeigt Dietrich Brüggemann mit seinem kleinen Beziehungsdrama inmitten der medialen Unterhaltungsindustrie.
Mit einer grimmigen Mischung aus Satire und Politthriller blickt der ägyptische Regisseur Tarik Saleh hinter die Kulissen des diktatorischen Machtapparats von Kairo.
Die Wanderung zweier alter Freunde durch die schottischen Highlands wird zu einer Probe für ihre Beziehung – »The North« ist ein Film über Freundschaft, vor allem aber eine realistisch inszenierte Liebeserklärung an den meditativen Akt des Wanderns, geprägt von leiser Poesie und subtil-beeindruckenden Landschaftsaufnahmen.
Für sein Kinodebüt hat Opernregisseur Damiano Michieletto den Roman »Stabat Mater« von Tiziano Scarpa adaptiert, in dem eine begabte Violinistin in Antonio Vivaldi einen fordernden Lehrmeister findet. Angesiedelt in einem venezianischen Waisenhaus, entwirft der Film ein Sittenbild des Spätbarock, getragen von starken DarstellerInnen und dem Wohlklang der Musik.



