Harry Yoon

Cutter/in von:

Von den frühen, nicht nur emotional schwierigen Tagen als Kinderstar an der Seite seiner Brüder über die Emanzipation als Solo-Künstler bis hin zum Dasein als größter Popstar aller Zeiten folgt »Michael« der Biografie Michael Jacksons und feiert dabei nicht zuletzt sein künstlerisches Talent. Die dunklen Seiten seines Lebens werden dabei recht simpel abgehandelt oder – wie die zahllosen, bis heute im Raum stehenden Missbrauchsvorwürfe – einfach ausgeblendet. Fans, die damit kein Problem haben, kommen hier voll auf ihre Kosten, denn als konventionelles Biopic ist der Film von Antoine Fuqua mitreißender als die meisten anderen. Alle anderen werden sich am gänzlich unkritischen Ansatz fraglos stören.
In der Jugendliteratur boomen Geschichten über queere Teenager schon seit längerem, nun schwappen sie auch zusehends auf Leinwände und Bildschirme. Diese in den 1980ern angesiedelte Romanverfilmung von Aitch Alberto setzt längst nicht so sehr auf Feelgood-Utopie wie »Heartstopper«, erweist sich aber trotzdem als charmant und rührend. Weswegen man ihr auch nachsieht, dass Inszenierung, Schnitt und Drehbuch in nicht wenigen Szenen ein wenig unbeholfen oder schlicht wirken.
Eine junge koreanische Einwandererfamilie zieht für einen beruflichen Neustart ins ländliche Arkansas, wo der Vater eine Farm gekauft hat. Während der kleine Sohn die wundersame Welt um sich herum entdeckt und Mühe hat, sich mit der zugezogenen Großmutter anzufreunden, kämpfen die Eltern um Erfolg und Integration. Lee Isaac Chungs autobiografisch geprägter Film ist ein sanftes Drama voll authentischer Details, die bezaubern und bewegen
Die Rassenunruhen im Detroit des Sommers 1967 bilden den Hintergrund für Kathryn Bigelows akribische Rekonstruktion eines Polizei-Exzesses. Handwerklich brillant, voller Wut, doch auch mit Zwischentönen