Clelio Benevento

Cutter/in von:

In seiner neuen Tragikomödie spiegelt Nanni Moretti einmal mehr die Situation des eigensinnigen Arthouse-Regisseurs, der einen Film zustande zu bringen versucht: ein liebenswürdiges Panorama voll selbstironischem Humor, zugleich ein wenig ermüdend, da wie auf Autopilot inszeniert.
Crialeses persönlichster Film ist zugleich eine Hommage an seine Mutter wie an die Widerstandskraft der Träume, die die Welt magisch verwandeln können.
Das Leben dreier Familien gerät aus den Angeln, als sich vor ihrem Wohnhaus ein Verkehrsunfall ereignet. Ein Nanni-Moretti-Film, der ohne Ironie auskommt: Thematisch und stilistisch knüpft er an »Das Zimmer des Sohnes« an, verhandelt mit nüchterner Konzentration die Motive Einsamkeit, Verlust und Verantwortung. Das Kaleidoskop der existenziellen Krisen ringt um Versöhnung und wird dabei von einem sensiblen Darstellerensemble getragen.
Die Enttäuschungen und Ängste einer ganzen Generation schwingen in Nanni Morettis autobiografisch geprägtem Drama mit. Aber er erzählt von ihnen mit einer Leichtigkeit, die berührt und verzaubert
Der Austausch durch einen Doppelgänger ist seit Der große Diktator und Dave ein Dauerbrenner im Genre der Politsatire. In der Verfilmung seines eigenen Romans setzt ihm Roberto Andò nicht nur komödiantische, sondern auch philosophische Glanzlichter auf