MagentaTV: »The Terror: Devil in Silver«

»The Terror: Devil in Silver« (Miniserie, 2026). © AMC Film Holdings LLC.

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Die dritte Staffel der Anthologieserie »The Terror« variiert ein interessantes Thema, das aber nicht überzeugend umgesetzt wird

Beim Versuch, seine Freundin vor ihrem Ex-Mann zu beschützen, leistet der Möbelpacker Peter Pepper (Dan Stevens) Widerstand gegen drei Polizisten. Da die Cops ihn für unkontrollierbar halten, weisen sie ihn kurzerhand in eine psychiatrische Klinik ein. Eigentlich soll er hier nur 72 Stunden zur Beobachtung bleiben – doch daraus wird ein nicht enden wollender Alptraum.

Das ist die Ausgangssituation der dritten Staffel von »The Terror«, einer Serie, die beim Publikum für Verwunderung sorgte. So überraschte die erste Staffel von 2018 als bildgewaltige Ausnahmeproduktion. Der Zehnteiler verknüpft das historische Motiv der gescheiterten Suche nach der Nordwestpassage mit dem Horrorgenre. Das zugefrorene Meer, eine geometrisch zerklüftete Eislandschaft, auf der die Matrosen anfangs noch vergnügt Fußball spielen, erinnert an ein Gemälde von Caspar David Friedrich. Gemäß dem Prinzip einer Anthologieserie erzählt die zweite Staffel »The Terror: Infamy« keine Fortsetzung im üblichen Sinn. Da die Geschichte über ein japanisch-amerikanisches Internierungslager im Zweiten Weltkrieg formal und inhaltlich nicht an die grandiose erste Staffel anknüpfen konnte, war die Enttäuschung groß. Zumal niemand eine Fortsetzung erwartet hatte.

Auch die dritte Staffel nach dem gleichnamigen Roman »The Devil in Silver« von Victor LaValle erzählt wieder eine neue, in sich abgeschlossene Geschichte. Aus der Sicht von Pepper, einem Versagertypen, der sich gerne überschätzt, leuchtet der Sechsteiler das düstere Innenleben einer geschlossenen Psychiatrie aus. Die marode Nervenklinik ist notorisch unterbesetzt und permanent von der Schließung bedroht. Um den Pflegeaufwand zu reduzieren, werden die Patienten täglich mit Benzodiazepinen sediert, Hammermedikamenten, die binnen kurzer Zeit zur Abhängigkeit führen. Gemäß dem horizontalen Erzählen werden die Geschichten von Peppers Mitpatienten entfaltet, deren Leben auf unterschiedliche Weise in die Brüche ging. Alle sind überzeugt, dass hinter der verschlossenen Tür der Station ein Dämon wütet. Das Leiden der verlorenen Seelen in dieser Horrorpsychiatrie ist für ihn eine Droge.

»The Terror: Devil in Silver« zitiert Klassiker wie »Einer flog über das Kuckucksnest«. Ähnlich wie in »Shutter Island« verweist die übernatürliche Bedrohung in dieser Horrorpsychiatrie auf einen realen Kern. Denn mit jenem Dr. Walter (John Benjamin Hickey), der als untoter »Silberteufel« sein Unwesen treibt, spielt die Serie auf den Kurpfuscher Walter Freeman an, der für die geistige Verstümmelung Tausender Patienten durch Lobotomie verantwortlich ist.

Weint die Patientin Dorry (Judith Light) blutige Tränen, dann ist das eine Anspielung auf jenes eispickelartige OP-Instrument, das durchs Auge eingeführt wird, um wichtige Nervenbahnen zu zerstören. Diese interessante Geschichte wird leider verschenkt. Die dialoglastige Inszenierung, die stets den gleichen Tonfall hat, kommt nicht in Schwung. Die Erzählung wirkt etwas zäh, auch Dan Stevens in der Hauptrolle des labilen Möbelpackers bleibt blass. Schade, da war mehr drin.

OV-Trailer

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