Jennifer Lawrence in Höchstform – epd film Newsletter 13.11.2025

Jennifer Lawrence in Höchstform

Es gibt Filme, mit denen muss man sich genauer auseinandersetzen. Denn auf den ersten Blick wirken sie irritierend, vielleicht sogar verstörend, in jedem Fall machen sie einem die Interpretation nicht leicht. Ein solcher Film ist »Die My Love« von Lynne Ramsay, der von einer Frau erzählt, die in ihrer neuen Rolle als Mutter und Hausfrau keine Erfüllung findet. Dabei legt der Film einen radikallen Willen zum experimentellen Erzählen an den Tag. Maxi Braun hat sich intensiv damit auseinandergesetzt und eine längere Analyse zum Film aber auch zum Werk von Lynne Ramsay geschrieben.

Ein besonderer Film war »Die My Love« auch für Jennifer Lawrence, die hier einer der wuchtigsten Performances ihrer Karriere hinlegt. Thomas Abeltshauser hat im Interview mit ihr über die Arbeit an dem Film gesprochen und wie die eigene Rolle als Mutter ihre Sicht auf den Film geprägt hat.

Ein großer der Filmgeschichte hätte in dieser Woche 100. Geburtstag gefeiert: Richard Burton. Gerhard Midding hat dies zum Anlass genommen, einen kompakten, persönlichen Überblick über Burtons Werk zu geben.

Die My Love

Mit einer ambivalenten Hauptfigur, experimenteller Narration und Bildsprache sowie schwarzem Humor rund ums Thema Mutterschaft ist Lynne Ramsay ein hohes Risiko eingegangen, das sich auszahlt. Jennifer Lawrence agiert wie eine Naturgewalt, die den Tradwives dieser Welt mutig den Mittelfinger zeigt und eine der interessantesten Frauenfiguren des Kinojahres darstellt.

Interview: Jennifer Lawrence über »Die My Love«

Sie hatte die Romanvorlage an Lynne Ramsay herangetragen. Jennifer Lawrence im Interview zu »Die My Love« (Kinostart 13. November).

Filmgeschichte: Richard Burton

Richard Burton würde am 10. November 100. Geburtstag feiern. Ein enorm kluger, gnadenlos unverblümter Kopf. Und mit einer Stimme zum Niederknien. Gerhard Midding gratuliert.
Filme der Woche: 

Yes

Ein Musiker erhält von einem Milliardär den Auftrag, eine neue, zutiefst martialische israelische Nationalhymne zu komponieren, und opfert darüber sein Gewissen und seine Familie. Nadav Lapids bittere Satire zeichnet ein extrem einseitiges Porträt Israels nach dem 7. Oktober 2023. Es gleicht einem Zerrspiegel, der einige Wahrheiten hervorhebt und andere verdeckt.

Ein schöner Ort

Katharina Huber erzählt in ihrem Langfilmdebüt von einem Dorf, in dem sich die Zeichen eines möglichen Endes der Welt mehren. Eine Dystopie ganz ohne Spezialeffekte, die einen eigentümlichen Sog entfaltet. Ein Glücksfall des deutschen Kinojahres.

Ich sterbe. Kommst du?

In seinem hautnahen Porträt einer 38-jährigen Krebspatientin im Hospiz zeigt Regisseur Benjamin Kramme, dass es keine richtige Zeit zum Sterben gibt und man immer versuchen muss, mit dem Leben selbstbewusst abzuschließen.

The Running Man

In einer nahen Zukunft, in der ein Megakonzern die gesellschaftlichen Fäden zieht, werden die Menschen mit Spielshows unterhalten, deren erfolgreichste aus einer Menschenjagd besteht. Bei allen realistischen Zügen ist diese Neuverfilmung von Stephen Kings Roman dem Briten Edgar Wright leider ziemlich plakativ geraten.

Das Leben der Wünsche

Mit viel Klischees, Pathos und Kitsch verfilmt Eric Schmitt den gleichnamigen Roman von Thomas Glavinic, mit Matthias Schweighöfer und weiterem illustren Cast.