Kritik zu The Shallows: Gefahr aus der Tiefe

© Sony Pictures

2016
Original-Titel: 
The Shallows
Filmstart in Deutschland: 
25.08.2016
L: 
86 Min
FSK: 
Ohne Angabe

Nach zahlreichen Männerfilmen (»Unknown Identity«, »Non-Stop«, »Run All Night«) widmet sich Jaume Collet-Serra nun einer Frau allein auf einem Felsen im Meer: Surferin Nancy (Blake Lively) im Duell mit einem weißen Hai

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Die Schöne und das Biest: Der makellose Körper der jungen Frau im Bikini wird von der Kamera umschmeichelt, unterstrichen durch Zeitlupen, die Bestie dagegen taucht zuerst nur als Miniaturbild auf, gebannt in einer Minicam. Der spanische Regisseur Jaume Collet-Serra erzählt seine Genregeschichte als fast intimes Drama, das über weite Strecken ein Zweikampf ist zwischen der Protagonistin und ihrem nicht sicht-, sondern nur erahnbaren Gegner.

Die Protagonistin ist die Medizinstudentin Nancy (Blake Lively), die nach dem kürzlichen Tod ihrer Mutter an deren bevorzugten Ort, eine entlegene Bucht in Mexiko, zurückkehrt. Die Bestie ist ein weißer Hai, dem schon andere Menschen zum Opfer gefallen sind. Das Ufer ist in Reichweite, doch der Hai drängt Nancy auf einen kleinen Felsen, der aber bei der nächsten Flut überspült werden wird. Wie der Raum ist also auch die Zeit begrenzt, ein Erzählmuster, das Collet-Serra in seinen Filmen schon oft geschickt zu nutzen wusste.

Wie taff diese Nancy ist, merkt der Zuschauer nach und nach: in einer der eindrucksvollsten Sequenzen des Films verschließt sie eine tiefe Fleischwunde mit Hilfe eines Schmuckstücks, das sie zum Haken umfunktioniert hat, um nicht auszubluten. Das Suspense-Drama wird allerdings auch durch komische Momente aufgelockert, etwa wenn Nancy sich mit einer – vom Hai ebenfalls verletzten – Seemöwe anfreundet, die mit ihr auf dem Felsen ausharrt.

»The Shallows« ist ein schnörkelloses B-Movie (mit einem nicht ganz befriedigenden Schluss). Das Plakat weist – wenig überraschend – Ähnlichkeiten zu dem von »Der ­weiße Hai« auf, der auch nach vier Jahrzehnten noch der Klassiker der Gattung bleibt. Nicht zuletzt deshalb, weil anders als bei den Nachahmerfilmen seine drei menschlichen Protagonisten Charaktere waren. Nancy dagegen bleibt als Figur blass, »The Shallows« konzentriert sich ganz auf das Physische der Auseinandersetzung.

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