Kritik zu Rampage – Big meets Bigger

© Warner Bros. Pictures

Eine Technik der Genmodifizierung, die eigentlich Krankheiten heilen soll, wird von einem profitorientierten Geschwisterpaar für militärische Zwecke weiterentwickelt. Nach einem Unfall beginnt bei mehreren Tieren ein rapider Wachstumprozess, der sie zu gefährlichen Bestien macht

Bewertung: 4
Leserbewertung
0
Noch keine Bewertungen vorhanden

Dwayne Johnson rettet die Welt (fast) im Alleingang. Das ist ihm bei seiner Statur selbstverständlich zuzutrauen. In »San Andreas« rettete er zumindest erst einmal seine Familie bei einem Erdbeben in San Francisco. Der Film von Brad Peyton machte nicht unbedingt Lust auf den Nachfolger, wohl aber das Plakat, das Johnson neben einem riesigen Albino-Gorilla zeigt, eben »Big Meets Bigger«, wie der Zusatz zum schon mehrfach gebrauchten Filmtitel »Rampage« verheißt. 

Johnson erleben wir hier in der ungewohnten Rolle eines Primatenforschers, der natürlich seine einstigen militärischen Fähigkeiten nicht verlernt hat und der einmal erzählt, wie er ein Gorillababy vor Wilderern rettete, die gerade vor dessen Augen seine Mutter abgeschlachtet hatten – inzwischen ist George ein ausgewachsener Gorilla, mit dem sich Johnson sogar in Zeichensprache verständigen kann, wobei George ihn auch wiederholt durch Zeigen eines Stinkefingers ärgert.

Doch schon bald sind alle Fähigkeiten von Johnson gefragt, denn da gibt es noch ein böses Geschwisterpaar, er eher feige, sie (Malin Akerman) dafür aber mit umso mehr krimineller Energie ausgestattet: die haben mit ihrem Technologieunternehmen ein Verfahren namens CRISPR, das unheilbare Krankheiten mittels Geneditierung behandeln kann, für schurkische Zwecke weiterentwickelt – sicherheitshalber auf einer Forschungsstation im All. Als die Experimente außer Kontrolle geraten und die Versuchstiere zu monströsen Bestien mutieren, explodiert die Raumstation, doch einige Kapseln mit dem Serum gelangen auf die Erde. Die eine lässt George wachsen und einen Grizzlybären töten, die zweite bringt einen mutierten Wolf hervor. Beide Tiere wachsen fortan beständig. Und unter Wasser bewegt sich noch eine dritte Mutation fort, deren Anblick der Film lange hinauszögert, bevor es in den Straßen von Detroit zum großen Showdown kommt.

Dass mit dem Riesengorilla ein Sympathieträger unter den Monstern vorhanden ist, trägt wesentlich zur Qualität des Films bei. Kann George, der wie die anderen beiden Mutationen zeitweise durch ein Signal unter die Kontrolle des Geschwisterpaares geraten ist, seine Kollegen davon abhalten, Detroit dem Erdboden gleichzumachen? Und kann der Einsatz der Atombombe, den das Militär natürlich wieder einmal erwägt, in letzter Minute verhindert werden? Zum Glück verzichtet der Film, anders als »San Andreas«, auf eine rührselige Familiengeschichte und belässt es bei der schönen Kommunikation zwischen Johnson und George. Der gradlinigste und unterhaltsamste Blockbuster seit langem.

Meinung zum Thema

Ihre Meinung ist gefragt, Schreiben Sie uns