Kritik zu Glennkill: Ein Schafskrimi
20 Jahre nach dem Erscheinen des Romans kommt der erfolgreichste Schafskrimi aller Zeiten auch auf die große Leinwand: Schäfer George wird ermordet – und seine Herde ermittelt.
Cozy Crime und kein Ende! Ob es die rüstigen Rentner*innen im Donnerstagsmordclub sind oder das ungleiche Trio in Only Murders in the Building – überall ermitteln Amateur*innen in Mordfällen und sorgen dabei mehr für wohliges Grinsen als für echte Gänsehaut. Dass sich nun in Glennkill: Ein Schafskrimi sogar Vierbeiner an die Detektivarbeit machen, ist wohl nur die logische Konsequenz.
Die Tiere von Schäfer George (Hugh Jackman) kennen sich jedenfalls bestens aus mit Krimis, liest er ihnen doch jeden Abend solche Geschichten vor. Davon, dass die Schafe – die im Übrigen kein gutes Gedächtnis und vor allem kein Verständnis vom Sterben haben – ihn tatsächlich verstehen und sich über jeden Fall begeistert austauschen, hat er keinen Schimmer. Doch als George eines Tages tot auf der Wiese liegt, macht es sich seine Herde rund um die Schafe Lily und Mopple zur Aufgabe, die Wahrheit über sein Ableben herauszufinden. Wobei sie eine bessere Figur abgeben als Dorfpolizist Tim, der zwischen Georges angereister Tochter, einem neugierigen Lokalreporter und allerlei verdächtigen Nachbarn reichlich überfordert ist und tierische Hilfe gut gebrauchen kann.
Eigentlich war auch eine hiesige Verfilmung von Leonie Swanns Vorlage geplant, doch in Großbritannien war man schneller, wo der deutsche Bestseller ebenfalls zum Hit wurde. Für das Kinopublikum ist das ein Segen. So frei Drehbuchautor Craig Mazin, der zuletzt für düstere Serienstoffe wie Chernobyl oder The Last of Us gefeiert wurde, die Geschichte adaptiert, so leichtfüßig und charmant gelingt ihm die Umsetzung. Zwar vergisst man nie, dass die Tiere am Computer entstanden sind, doch die ihnen in den Mund gelegten Dialoge haben durchaus Witz – mehr Konturen als die von ihren menschlichen Kolleg*innen gespielten Figuren haben die Schafe obendrein. Sowohl der Humor als auch der Krimiplot sind eher harmlos und familienfreundlich, doch das ist im Cozy-Crime-Genre ja kein Nachteil. So amüsant und warmherzig wie in Glennkill ging es dort selten zu.




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