Kritik zu Avengers: Infinity War

© Walt Disney

All together now: Im ersten Teil der großen Abschluss-Saga des Marvel Cinematic Universe kommen die Superheroen von Iron Man bis Black Panther zusammen um gegen Bösewicht Thanos zu kämpfen. Es kommt schließlich zum – Cliffhanger!

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Die Infinity Steine sind der bekannteste McGuffin der aktuellen Kinolandschaft. »McGuffin« bezeichnet ein an und für sich sinnloses Objekt, das in einer Erzählung aber als Motor für die Handlungen der Charaktere fungiert. Im populären Marvel Cinematic Universe sind das die besagten Steine – wer alle sechs in seinen Besitz bringt, verfügt über unbegrenzte Macht. Schon seit ihrem ersten Auftauchen in der Welt der Superhelden-Clique Avengers erschienen diese bunten Steinchen als etwas fantasieloser narrativer Vorwand, um die diversen Abenteuer der unterschiedlichen Figuren zu rechtfertigen und in einem übergreifenden Kosmos miteinander zu verbinden. Im lang erwarteten, vorläufigen Höhepunkt der Reihe, »Infinity War«, führen die Marvel-Masterminds erwartungsgemäß nun fast alle ihre Helden in einem Film zusammen, damit sie ihren gemeinsamen Erzfeind bekämpfen, der mit den Steinen finstere Pläne verfolgt.

Bei diesem Oberschurken handelt es sich um den Außerirdischen Thanos (Josh Brolin als klumpige CGI-Figur); sein Auftritt verleiht dem erwartbar überfrachteten Crossover-Spektakel einen dringend notwendigen roten Faden. Denn wenn Iron Man, Thor, Hulk, Doctor Strange, Black Panther, die Guardians of the Galaxy und viele weitere in einen einzigen, wenn auch zweieinhalbstündigen Film gepresst werden, sorgt das unweigerlich für Überforderung – es ist darum ein schlauer Kniff der Filmemacher, den bereits etablierten Helden einen sorgfältig konstruierten Bösewicht mit Beweggründen und Hintergrundstory entgegenzusetzen. Einen solchen gab es im Disney-eigenen Avengers-Universum bisher nämlich nicht – da hatten DC mit dem Joker und Sonys X-Men mit Magneto noch immer klar die Nase vorn.

So wird der Antagonist in diesem selbstverständlich nicht abschließenden Teil des Franchise gewissermaßen zum Protagonisten, ist es doch seine Suche nach den Infinity-Steinen, die den Plot am Laufen hält – eine interessante Wendung, die dem unterhaltsamen Getümmel eine gewisse Ernsthaftigkeit verleiht. Ansonsten bleibt hier alles beim Alten: die bunte Plastik-Ästhetik, die epischen Fantasy-Schlachten, die mal mehr, mal weniger lustigen Dialoge. Fans wird vermutlich das Herz aufgehen, wenn in kleinen Grüppchen neue Allianzen geschmiedet werden, etwa zwischen Peter Quill (Chris Pratt) und Iron Man (Robert Downey Jr.) oder den Bewohnern von Wakanda und Asgard. Weniger Eingeweihte sehnen sich ab einem gewissen Punkt endlich einen runden Abschluss des ausufernden Pop-Epos herbei. 

Zumindest offeriert »Infinity War« ein unerwartetes Ende, das, ohne hier irgendetwas zu verraten, aber noch viele Fragen und somit kommerzielle Optionen offen lässt. Es wurde andernorts bereits auf die Parallele hingewiesen, dass der Mutterkonzern Disney gerade seine eigene, reale Version der Infinity-Steine in Form von ehemaligen Konkurrenzfirmen sammelt; Pixar und Lucas Arts wurden bereits aufgekauft, vor kurzem kam noch Sony Pictures dazu. Nicht undenkbar also, dass im nächsten Avengers-Film auch noch die X-Men und Darth Vader ihre Aufwartung machen.

Meinung zum Thema

Kommentare

Action ja-Meinung der Kinogänger von, oft gehört wurde ,,SCH...ß.. über ,,das darf nicht wahr sein" , und das ab 12 Jahren?", Bis zu ,,super Film" was eher ironisch gemeint war.
Was auch immer aus Disney und Co geworden ist viele Kinobesucher sind enttäuscht. Zu viele Superhelden starben in dem Film. ... . das Ende ...offen... Ungünstiigeren Moment konten die Filmemacher, na klar absichtlich, wohl nicht finden. Traurige bis wütende Kinobesucher haben das Kino verlassen.Klasse Marvel Film ....es war einmal

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