September & July

Vom innigen, zunehmend toxischen Verhältnis zweier Teenagerschwestern erzählt die Schauspielerin Ariane Labed in ihrem Regiedebüt als Mischung aus schwarzhumoriger Charakterstudie und klaustrophobischem Schauermärchen. Nicht ganz aus einem Guss, aber ein vielversprechender erster Wurf.

Sechs Richtige – Glück ist nichts für Anfänger

Maxime Govare und Romain Choay haben eine Komödie mit Widerhaken geschaffen. Ein satter Lottogewinn verändert Menschen nicht etwa, sondern bringt an die Oberfläche, wer sie im Kern sind: oft kein schöner Anblick.

Poison – Eine Liebesgeschichte

Ein früheres Ehepaar trifft sich nach Jahren am Grab des tragisch verunglückten Sohnes wieder und entwickelt einen Diskurs über die Vergangenheit und den Umgang mit Trauer. Atmosphärisch kann die Verfilmung eines Theaterstücks punkten, Drehbuch und Darstellung aber überzeugen nicht durchweg.

Pfau – Bin ich echt?

Bernhard Wengers Debütfilm ist eine leise, mit Absurditäten spielende Satire um Identitätsverlust und Charaktermasken. Albrecht Schuch in der Rolle eines Chamäleons ist brillant.

Paddington in Peru

Den Bären verschlägt es in seinem dritten Abenteuer mit seiner Londoner Familie in den peruanischen Regenwald: ein schön ausgestatteter und mit Stars versehener Trip, der jedoch in all seinem Pointenreichtum auch recht überfrachtet und wenig kindgerecht ausfällt.

Nonkonform

Mit seinem kurzweiligen Porträt tanzt Arne Körner einen dokumentarischen Walzer mit Dietrich Kuhlbrodt, einem Staatsanwalt, Schauspieler und einer Kultfigur aus den Schlingensief-Filmen.

Mutiny in Heaven – Nick Caves frühe Jahre

Wilde Dokumentation über die wilden Jahre der Poplegende Nick Cave, der mit seiner Band The Birthday Party live über Grenzen ging und sich selbst zum Bühnenkunstwerk machte.

Maria

Nach Jackie Kennedy (»Jackie«) und Lady Diana (»Spencer«) ist Maria Callas die dritte berühmte Frau des 20. Jahrhunderts, die sich im Werk von Pablo Larraín gegen den goldenen Käfig auflehnt, den ihr die Männer gebaut haben, Angelina Jolie lässt sie vieldeutig oszillieren, als Dialog zwischen ihr und der großen Sängerin Maria Callas.

Könige des Sommers

Mit Laien inszeniert, überzeugt diese Heimatkomödie über einen jungen Dörfler, der mittels Käsemachens seinem Leben eine Richtung gibt, durch Authentizität und vertrackten Charme: ein hinreißendes Filmdebüt.

Hundschuldig

Dreimal hat Cosmo zugebissen, nun soll er eingeschläfert werden. Sein Herrchen nimmt ihm einen Anwalt und sie ziehen vor Gericht. Das beginnt wie eine Komödie, wächst sich aber bald aus in Richtung Beschreibung einer von Übergriffigkeit bestimmten Gesellschaft, die gegenüber nichtmenschlichen Wesen den Respekt vermissen lässt. Rund um einen inspiriert agierenden tragischen Helden finden sich Denkansätze zuhauf.

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