Kritik zu Kiss of the Spider Woman

© Sony Pictures

2025
Original-Titel: 
Kiss of the Spider Woman
Filmstart in Deutschland: 
16.04.2026
L: 
129 Min
FSK: 
Ohne Angabe

Bill Condon hat die preisgekrönte Musical-Adaption des Romans von Manuel Puig verfilmt, die am Broadway und im Londoner Westend reüssierte.

Bewertung: 3
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Fünfzig Jahre ist es her, dass Manuel Puigs Roman »Der Kuss der Spinnenfrau« erschien. Der oscarprämierten Verfilmung von 1985 folgte in den 1990er Jahren eine preisgekrönte Musical-Adaption. Nun liegt die Geschichte nochmals in neuer Form vor, denn Bill Condon hat mit »Kiss of the Spider Woman« die musikalische Bühnenversion fürs Kino verfilmt.

Auch dieses Mal sitzt der flamboyante Schaufensterdekorateur Luis (Tonatiuh) 1983 in Argentinien wegen seiner Homosexualität im Knast, wo er sich in Fantasiewelten flüchtet und sich Filme ausdenkt, in denen seine Lieblingsdiva Ingrid Luna (Jennifer Lopez) die Hauptrolle spielen könnte. Als er in eine Zelle mit dem Revolutionär Valentín (Diego Luna) verlegt wird, soll er diesem für die Gefängnisleitung Insiderwissen entlocken. Doch stattdessen kommen die beiden unterschiedlichen Männer sich näher, als ­Luis den brutal gefolterten Valentín nicht nur pflegt, sondern zusehends auch mit seinen Geschichten für sich einnimmt. Darin übernehmen neben Ingrid Luna etwa als Spinnenfrau auch die beiden Männer Rollen.

Der große Widerspruch zwischen der aussichtslos-harschen Tragik der Realität und der knallbunt-eskapistischen Leichtigkeit der Vorstellungskraft bildet den Kern von »Kiss of the Spider Woman«. Für den Film aber wird er zum größten Problem. Denn so wirklich gelingt es dem musicalerfahrenen Condon nie, eine Brücke zu schlagen zwischen beiden Welten. Wobei es nicht hilft, dass gerade den Fantasie-Sequenzen, in denen Lopez sich gesanglich und tänzerisch bestens schlägt, ein wenig Seele fehlt.

Dass das erzählerische Konstrukt nicht in sich zusammenbricht, ist vor allem dem genderqueeren Newcomer Tonatiuh zu verdanken, der sich den Film ganz und gar zu eigen macht und ihn weit über die eigene Figur hinaus zum Strahlen bringt. Die wie in Technicolor funkelnden Kostüme von ­Colleen Atwood dürfen auch nicht unerwähnt bleiben.

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