Newsletter 01.10.2020
Wenig Gesten, große Wirkung
Die 17-jährige Autumn (Sidney Flanigan) ist ungewollt schwanger. Zusammen mit ihrer Cousine Skylar (Talia Ryder) macht sie sich nach New York auf, um eine Abtreibung durchführen zu lassen. Denn in ihrer Heimat in Pennsylvania kann sie mit keiner Hilfe rechnen. Einfühlsam nähert sich »Niemals Selten Manchmal Immer« dem tabuisierten wie aktuellen Thema. Die grandiosen Hauptdarstellerinnen machen dabei die komplexe Gefühlswelt ihrer Figuren durch subtiles Spiel deutlich. So schafft der Film es, zu berühren und aufzurütteln, ohne laut sein zu müssen.
Großen Anteil daran hat auch Regisseurin Eliza Hittman, die ein feines Gespür für die kleinen aber umso bedeutenderen Momente zeigt. Jugendliche Identitätsfindung hat sie auch schon in ihren vorherigen Filmen »It felt like love« und »Beach Rats« thematisiert. In der Nahaufnahme porträtiert Jens Balkenborg Eliza Hittman und würdigt den feministischen Blick, der ihre Filme prägt.
»Niemals Selten Manchmal Immer« wurde auf der Berlinale mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet und ist Film des Monats Oktober der Jury der Evangelischen Filmarbeit.






