Kritik zu Worst Case Scenario

© Grandfilm

2014
Original-Titel: 
Worst Case Scenario
Filmstart in Deutschland: 
02.07.2015
L: 
82 Min
FSK: 
Ohne Angabe

Es sollte eine wilde Komödie über die Fußball-EM in Polen werden... Franz Müller verfilmt die Geschichte eines gescheiterten Filmprojekts. Als wilde Komödie

Bewertung: 2
Leserbewertung
3
3 (Stimmen: 1)

Die Bombe platzt gleich am Anfang. Die Produzentin watscht den Regisseur ab. Der wollte während der EM in Polen 2012 auf einem Campingplatz in der Nähe von Sopot eine wilde Komödie drehen, realitätsnah, authentisch, unter Fußballfans. Doch die Produzentin vermisst den Bezug zur deutsch-polnischen Vergangenheit. »Man muss spüren«, schreit sie, »dass der Faschismus aus dieser Chipstüte wieder herauskriechen kann.« Sie ist mit dem Projekt nicht zufrieden und bläst es einen Tag vor Drehbeginn ab – obwohl das Team inklusive der Hauptdarstellerin (Laura Tonke) schon versammelt ist. Das ist das worst case scenario des Films, inspiriert, wie Regisseur Franz Müller bei der Premiere im letzten Jahr auf dem Münchner Filmfest erzählte, von einem eigenen Projekt, das sechs Wochen vor Drehbeginn platzte und eine wilde Komödie während der EM...

Nun, der ein wenig manische Regisseur Georg (Samuel Finzi) entscheidet sich, das Projekt trotzdem zu realisieren, eher improvisiert, und muss erleben, wie ihm, nicht nur beruflich, der Boden unter den Füßen wegbricht. Seine Exfreundin und Kostümbildnerin Olga (Eva Löbau) eröffnet ihm, dass sie von ihm schwanger ist, der neue Kameramann hat ganz andere Vorstellungen, die herbeigerufenen Schauspieler aus dem örtlichen Theater sprechen kein Deutsch, und irgendwann verlässt auch die Hauptdarstellerin für ein neues Engagement den Platz. Alles läuft aus dem Ruder, und im Nebenbei wird doch eine kleine Komödie über Polen und Deutsche draus. Wenn auch ohne Vergangenheitsbezug.

Es gibt Momente großer absurder Komik und leisen Melodramas in diesem Film, der vom Scheitern eines Films handelt und von einem Team am Rande des Nervenzusammenbruchs. Doch wenn der noch nicht gedrehte Film immer mehr zu Farce wird, hat man das Gefühl, der Film über den Film läuft mitunter ein bisschen ins Leere.

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