Kritik zu Fünf Freunde

© Constantin

Enid Blytons Jugendbuchklassiker nun auch im Kino: Nach ihrem Erfolg mit Rock it! wenden sich Regisseur Mike Marzuk und seine Autoren Peer Klehmet und
Sebastian Wehlings dem noch jüngeren Publikum zu

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George ist sauer. Während sich ihr geliebter Vater einmal mehr für Forschungsarbeiten in sein Labor auf die nahe gelegene, aber unzugängliche Felseninsel zurückzieht, soll sie sich während der Schulferien um ihre Cousins Julian und Dick sowie um ihre Cousine Anne kümmern, die zu Besuch in den kleinen Küstenort kommen. George heißt eigentlich Georgina, aber wenn man sie so anspricht, reagiert die burschikose Elfjährige mit den kurzen Haaren ausgesprochen zickig. Entsprechend frostig ist auch das Verhältnis zwischen ihr und den Neuankömmlingen. Zumindest bis diese Georges Hund Timmy aus einer Grube retten. Dass sie dabei in der Felshöhle gleich noch eine geheimnisvolle Entdeckung machen, nämlich ein Funkgerät und Landkarten, die darauf schließen lassen, dass es jemand auf Georges Vater abgesehen hat, setzt den Krimiplot der Geschichte in Gang.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis nach Die drei ???, »TKKG« und den Vorstadtkrokodilen eine weitere detektivische Kindertruppe den Weg auf die Leinwand finden würde. Millionenfach erprobt als Kinderbuch, Hörcassette und als Fernsehadaption, bringt sie gewissermaßen eine doppelte Zielgruppe mit: diejenigen, die einst damit groß geworden sind, und deren Kinder. Tragen die kindlichen Protagonisten im Film zwar mehr oder weniger anglisierte Namen, so lässt das Werk jedoch zum Glück jene Pseudointernationalität vermissen, die den beiden Drei ???-Filmen eine gewisse Sterilität verlieh.

Regisseur Mike Marzuk und das Autorenduo Peer Klehmet und Sebastian Wehlings haben den Film erfreulicherweise gradlinig angelegt, mit einer gehörigen Portion kindgerechter Spannungsmomente und Darstellern, die weitgehend natürlich agieren. Das unterscheidet den Film von dem Jugendmusical Rock it! und dem Jimi-Blue-Ochsenknecht- Vehikel Sommer, bei dem Regisseur und Autoren zuvor zusammenarbeiteten.

Natürlich wird auch hier auf bewährte Muster des Kinderfilms zurückgegriffen; Slapstick, verbunden mit Zeitraffertempo, ein tollpatschiges Polizistenduo und ein sich merkwürdig benehmender Fremder, der den Verdacht der Kinder auf sich lenkt. Im Vordergrund stehen einerseits die Kinder, die erst lernen müssen, wie sie ihre unterschiedlich gelagerten Kompetenzen in der Zusammenarbeit entfalten können, andererseits die Entlarvung der Schurken, die es auf die Erfindung von Georges Vater abgesehen haben (die übrigens eine »grüne« ist, eine Formel für alternative Energiegewinnung – da wird dem Zeitgeist schon Tribut gezollt).

Verdächtige, die als Täter infrage kommen, gibt es gleich mehrere; sie werden nacheinander der Observierung durch die Kinder unterzogen, die dabei allerdings auch schon mal falschen Fährten folgen oder feststellen müssen, dass ein vermeintlich falscher Bart doch echt ist. Den geheimnisvollen Fremden verkörpert übrigens der Schweizer Anatole Taubman (als Sidekick des Superschurken im letzten Bond-Film zu Weltruhm gekommen), der mit seinem Outfit, besonders dem Hut, wirkt, als sei er einem Sechziger-Jahre-Film entsprungen.

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