Kritik zu Anvil! Die Geschichte einer Freundschaft

Trailer englisch © Verleih

2009
Original-Titel: 
Anvil: The Story of Anvil
Filmstart in Deutschland: 
11.03.2010
L: 
80 Min
FSK: 
12

Wer meint, Hardrock könnte ihn nicht weichkriegen, muss diese Doku über eine Band schauen, die es in Jahrzehnten nicht geschafft hat, berühmt zu werden

Bewertung: 5
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Anvil? Selbst der einigermaßen bewanderte Kenner der Popszene zieht da fragend die Augenbrauen hoch. Dabei gab es mal ein Festival in Japan, da trafen sich einige Heavy-Rock und Metal Bands wie Whitesnake, die Scorpions oder Motörhead, die danach Millionen von Platten verkauften. Nur eine von ihnen nicht. Und das war Anvil. Mit ihrem Album Metal on Metal (Anvil heißt Amboss) sollten sie wegweisend für Bands wie Slayer, Metallica, Anthrax oder Megadeth werden, die dann später einen neuen Boom des Heavy Metal einläuteten. Warum aber hat es für Anvil nicht geklappt? Das ist die Frage, auf die der Film mit sehr bewegenden Momenten Antworten sucht.

Er zeigt Lips, den Sänger und Gründer von Anvil bei seinem Brotjob, im Kreis seiner Familie und mit seinem besten Freund Rob, mit dem er, seit sie 15 Jahre alt waren, den Traum verfolgt, Rockstar zu werden und ihn bis heute nicht aufgegeben hat. Sie sind in ihrem Durchhaltevermögen nur mit den Rolling Stones oder The Who zu vergleichen.

Was aber diesen Film auszeichnet, ist sein emphatischer Blick hinter die Kulissen der oft martialischen Bühnenshow der Headbanger, in die Strukturen eines Geschäfts, in dem es eine Band allein niemals schaffen kann. Egal wie gut sie ist. Die Rolle von Managern, Promotern und Produzenten ist immens wichtig und wenn ein Rad in dem Gefüge nicht passt, bricht die ganze Konstruktion zusammen.

Sacha Gervasi kennt die Band gut, er hat sie einige Jahre als Roadie begleitet. Ohne falsche Scham offenbaren Rob und Lips, was sie bis heute zusammenhält. Sie lieben, streiten und bekämpfen sich, als wäre die Kamera gar nicht da und lassen diese auch dann zu, wenn Anvil in einem rumänischen Club vor sieben Leuten aufspielt. Selten war eine Rock-Doku mitfühlender und charmanter, trotz des beinharten Sounds. Und selbst wenn man die Musik einfallslos, überlaut oder gar bösartig findet, kommt man nicht umhin, nach dem Film mal im Internet zu schauen, wo denn die Band heute mit ihrem 13. Album steht.

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