Kritik zu Animals in Love – Tierisch verliebt

© Universum Film

2007
Original-Titel: 
Les Animaux Amoureux
Filmstart in Deutschland: 
31.07.2008
L: 
86 Min
FSK: 
keine Beschränkung

Gibt es das – Verliebtheit bei Tieren? Laurent Charbonnier, der in Jacques Perrins »Nomaden der Lüfte« hinter der Kamera stand und flog, widmet seine Dokumentation dem Sex der Tiere und dem, was sie drum herum noch so machen

Bewertung: 3
Leserbewertung
0
Noch keine Bewertungen vorhanden

Und der Herr sprach: Seid fruchtbar und mehret euch. Das lassen sich die Darsteller in Laurent Charbonniers Tierdokumentation »Animals In Love – tierisch verliebt« nicht zweimal sagen. Regisseur Charbonnier, bei »Nomaden der Lüfte – Das Geheimnis der Zugvögel« 2002 als Kameramann im Einsatz, beobachtet insgesamt 83 Säugetiere, Amphibien und Insekten beim Sex. Der ist nicht etwa animalisch wild, sondern bewusst ästhetisiert. Wie die Frauenstimme aus dem Off verkündet, geht es hier um die »Kunst der Liebe«.

Charbonnier, der auch hier die Kameraarbeit übernommen hat, empfindet eine Choreographie des Begehrens nach, die irgendwann im Sexualakt kulminiert. Dezenter als in »Animals In Love« lässt sich das kaum darstellen.

Für Charbonnier und sein tierisches Personal ist der Weg das Ziel. Dieser Weg führt über mehrere Etappen; das Vorspiel ist lang. Anfangs bretzeln sie sich auf, Feder für Feder pflegt zum Beispiel der liebeshungrige Vogel. Es folgen akustische Signale, brünstige Schreie, heiseres Krächzen. Dann Don-Juan-Posen; es wird viel gegockelt im Tierreich. Und draufgehauen, falls ein Konkurrent in Sicht kommt. Dann die Phase der Annäherung, Steinböcke machen das leidenschaftlich züngelnd. Pragmatiker wie der Biber begleiten die Brautwerbung mit Nestbau-Aktivitäten. Körperliche Liebe dient schließlich der Fortpflanzung und Arterhaltung.

Viele der schnell gegeneinandergeschnittenen Sequenzen besitzen Charme, Witz und laden zum Staunen ein. Die Musik von Philip Glass unterstreicht die visuelle Schönheit des Films, mit liebevoller Ironie orchestriert er Liebesballette unter Wasser und in der Luft. Es ist eine heile Welt, in der Eltern den Nachwuchs zärtlich bei den ersten Schritten ins Leben begleiten. Keiner ist hier lediglich Teil der Nahrungskette, sondern jeder ein Wunder der Schöpfung.

Meinung zum Thema

Ihre Meinung ist gefragt, Schreiben Sie uns