Kritik zu Aloha – Die Chance auf Glück

© 20th Century Fox

2015
Original-Titel: 
Aloha
Filmstart in Deutschland: 
06.08.2015
L: 
105 Min
FSK: 
keine Beschränkung

Für alle, die selbst noch nie auf Hawaii waren: Cameron Crowes neuer Film erzählt einmal mehr von einem Mann in der Krise, der dann doch noch Großes vollbringt beziehungsweise doch nur erlebt

Bewertung: 3
Leserbewertung
3
3 (Stimmen: 1)

Brian Gilcrest (Bradley Cooper) steht zwischen Vergangenheit und Zukunft, beruflich und privat. Die Vergangenheit, das sind zum einen seine Erfolge als Militärberater, zum anderen seine Liebe zu Tracy (Rachel McAdams). Die Zukunft, das ist das neue Projekt, für das er jetzt nach Hawaii zurückgekehrt ist, die Anerkennung des Militärs, die er für diese Arbeit bekommen soll, nachdem es zuletzt in Afghanistan gar nicht gut lief, und vielleicht auch die junge Offizierin und Kampfpilotin, die ihm vom Militär an seine Seite gestellt wurde: Allison Ng (Emma Stone) hat den knappen militärischen Tonfall zwar verinnerlicht, aber natürlich wird sie im Verlauf der Geschichte auch andere Seiten zeigen können.

Der jüngste Film von Cameron Crowe (»Jerry Maguire, Almost Famous«) beginnt mit einer Off-Stimme, die die Vergangenheit des Protagonisten in geraffter Weise erzählt. Das wirkt eher wie eine Verlegenheitslösung, dafür nimmt die erste Szene auf dem Flughafen sofort für den Film ein: wie da eine höchst bewegliche Handkamera die Personen umkreist, das vermittelt ein Bild der angespannten Lage seines Protagonisten. Während Allison Ng dem Neuankömmling nicht von den Fersen weicht, entdeckt er in der Menge Tracy, seine große Liebe, die er vor 13 Jahren verlassen hat. Die wartet hier mit ihren beiden halbwüchsigen Kindern, um ihren Mann Woody (John Krasinski) in Empfang zu nehmen, ebenfalls ein Militärpilot.  

Brians neue Mission selber bleibt ein Stück weit im Unklaren, eingefädelt und finanziert wird sie von dem Industriellen Carson Welch, der dabei das Militär auf seiner Seite hat. Eine zentrale Rolle spielt auf jeden Fall ein Satellit, der einmal mehr als technischer Fortschritt verkauft wird (»Die Jugend Hawaiis bekommt Zugang zum Internet!«), aber möglicherweise ganz anderen Zielen dient. Als Industrieller darf Bill Murray in dieser Rolle seine Marotten zelebrieren, sein joviales Auftreten täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass dieser Mann um die Macht seiner Milliarden weiß und auch bereit ist, diese skrupellos einzusetzen.  

Der Schauplatz Hawaii verbindet sich für den Zuschauer vor allem mit atemberaubenden Landschaften, seine Rolle als amerikanische Militärbasis und die Auseinandersetzungen mit der eingeborenen Bevölkerung werden vom Film jedoch nicht ignoriert. »Hawaiian by Birth« steht auf der Vorderseite des T-Shirts eines Stammeshäuptlings, mit dem Gilcrest verhandeln muss, und auf dessen Rückseite wir gleich darauf lesen können: »American by Force«. Das ist eine Qualität des Films, dass er so etwas eher lakonisch erzählt. Dass die Handlung zwischendurch zum Stillstand kommt, dass Live-Musikeinlagen ebenso dazugehören wie eine Unzahl von Songs auf dem Soundtrack, das überrascht nicht bei diesem Regisseur. Und trotz eines dramatischen Finales ist der Ton eher leichtgewichtig und das Happy End (in jeder Hinsicht) nicht überraschend.

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