Kritik zu Alita: Battle Angel

© 20th Century Fox

Lange wollte James Cameron die Verfilmung des beliebten Mangas inszenieren. Nun hat er die Regie aber doch an Robert Rodriguez weitergegeben

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»Dreihundert Jahre nach dem großen Krieg« ist die Erde ein riesiger verseuchter Schrottplatz. In Iron City kämpfen Menschen und Cyborgs ums Überleben, darunter Dr. Dyson Ido (Christoph Waltz). Eines Tages findet er den Kopf eines weiblichen Cyborgs und versieht ihn mit neuem Körper: Alita, verkörpert von Rosa Salazar, deren Augen in Mangamanier vergrößert wurden, als habe einer besoffen mit der Beauty-App herumgespielt. Die etwas naive Alita weiß nicht, wer sie ist, muss aber bald zu ihrer eigenen Überraschung feststellen, dass sie es faustdick hinter den Ohren hat. Als eine Art Amélie mit Killerinstinkt räumt sie bald unter den Fieslingen von Iron City auf, kämpft um die Liebe eines Jungen und ein besseres Lebens für jene, die Champion im Mode­sport »Motorball« werden...

Die Geschichte über Körper, Identität sowie – wenn man so will – weibliche Selbst­ermächtigung weist durchaus spannende Aspekte auf. Doch Klischees über Klischees, formelhafte Dialoge und eine zähe Narration verderben den Spaß an dieser 200-Millionen-Dollar-Produktion. Lediglich die Ausstattung, die einen Hang zum Trash der 80er Jahre aufweist, sowie ein paar rasante Action­szenen, jene von »Rollerball« inspirierten »Motorball«-Spiele, lassen ab und an aufmerken. Abgesehen davon reihen sich Versatzstücke aus Teenieschmonzette und Young-Adult-Dystopie fantasielos aneinander. Schamlos kalkuliert wirkt die Verknüpfung von Alitas Süßlichkeit mit ihrer drastisch ausgemalten Gewalttätigkeit. Das hat durchaus »Kultpotenzial«, zumal es mit sinnfreien Sentenzen à la »Der Geist eines Kriegers braucht den Körper eines Kriegers« unterfüttert wird.

Das Ärgerlichste an diesem Film ist aber nicht der Umgang mit Gewalt, sondern die Verschwendung von so viel Geld und Talent. Es kann wehtun, Schauspielern wie Jennifer Connelly und Mahershala Ali dabei zusehen zu müssen, wie sie sich in völlig uninteressanten Nebenrollen an dämlichen Dialogen abmühen.

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