Kritik zu 3faltig

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Der Heilige Geist als Weihnachtsmarktverkäufer, der davon träumt, mit einem Musical groß rauszukommen: Die deutsch-österreichische Komödie mit Christian Tramitz verspricht schwarzhumorigen Spaß mit weihnachtssatirischem Einschlag

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Gut hat es die Vorsehung mit dem Heiligen Geist gerade nicht gemeint. Niemand weiß so recht, was eigentlich seine Aufgabe ist; und im Trio der Heiligen Dreifaltigkeit spielt er sowieso nur die dritte Geige. Aber damit soll endlich Schluss sein. Jetzt will er, der sich Hage (Christian Tramitz) nennt und im österreichischen Voralpenland lebt, auch einmal im Rampenlicht stehen. Also hat er das Musical »Holy Ghost Megastar« geschrieben. In sieben Tagen, an Silvester, ist die Premiere im Nachtclub »Beverly Hills«. Doch erneut macht ihm Gott einen Strich durch die Rechnung. Am Weihnachtsabend steht plötzlich dessen Sohn Christl (Matthias Schweighöfer) vor Hages Tür und verkündet die Apokalypse für den 31. Dezember.

Harald Sicheritz' Weihnachtssatire gibt sich von Anfang an größte Mühe, so blasphemisch und verrucht wie nur eben möglich zu wirken. Da muss der von Christian Tramitz in seiner üblichen, immer etwas verschlafenen Art gespielte Hage christlichen Plastiktand feilbieten, den niemand kaufen will. Und natürlich schlägt dieser frustrierte Heilige Geist Matthias Schweighöfers Christl erst einmal die Tür vor der Nase zu – allerdings erst nachdem er Gottes Sohn einen Weihnachtsbaum als Geburtstagsgeschenk in die Hand gedrückt hat. Dabei brauchen sich Hage und Christl. Nur gemeinsam können sie Gott in Sachen Apokalypse überstimmen. Allerdings haben sie erst einmal ein anderes Problem. Christl überfährt ausgerechnet die exotische Tänzerin, die in Hages Musical die Hauptrolle spielen soll. Nun muss er ein Wunder vollbringen wie einst bei Lazarus, an dessen Namen sich aber weder er noch Hage erinnern können.

Vielleicht gibt der katholische Glauben mit seinem kitschigen Pomp ja ein viel zu leichtes Ziel ab. Auf jeden Fall haben es sich Harald Sicheritz und seine Kodrehbuchautoren (darunter auch Tramitz selbst) ziemlich einfach gemacht. Ihre vermeintlichen Gotteslästerungen sind so banal und vorhersehbar, dass sich ihrer selbst ein leidenschaftlicher Atheist schämen müsste.

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