Apple TV: »Only Margo«

»Only Margo« (Serie, 2026). © Apple TV

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Eine junge Mutter, gespielt von Elle Fanning, gerät in Geldnöte und kommt auf kreative Ideen, um Beruf und Privatleben miteinander zu vereinbaren

»Margo Has Money Troubles« – so nüchtern lautet der Originaltitel der Serie, die bei uns »Only Margo« heißt. Gerecht werden der von David E. Kelley verantworteten Adaption des gleichnamigen Romans von Rufi Thorpe beide Versionen nur bedingt. Denn einerseits geht es hier thematisch doch um mehr als bloß einen finanziellen Engpass, und andererseits doch nicht so reißerisch zu, wie die Anspielung auf den für nicht jugendfreie Inhalte bekannten Onlinedienst OnlyFans vermuten lässt. Wohlstand ist Margo (Elle Fanning), aufgewachsen als Tochter einer alleinerziehenden Hooters-Kellnerin im wenig glamourösen Teil von Orange County, seit jeher fremd. Das Creative-Writing-Studium am örtlichen College finanziert sie sich in einer Pizzeria, von Eliteunis wagte sie nie zu träumen. Trotz eines beträchtlichen schriftstellerischen Talents, das ihr verheirateter Professor ihr attestiert, mit dem sich Margo prompt auf eine Affäre einlässt. Als sie dann schwanger wird und sich entscheidet, das Kind zu behalten, werden die ganz normalen Geldsorgen allerdings spürbar größer.

Der Alltag mit Baby ist teuer, der Erzeuger distanziert sich, der Nebenjob ist ohne Kinderbetreuung nicht zu halten und die halbe WG zieht angesichts des kleinen Schreihalses bald aus. Margos Mutter Shyanne (Michelle Pfeiffer) ist aus verschiedensten Gründen nicht die enthusiastischste Hilfe. Doch dann steht irgendwann ihr Vater (Nick Offerman) vor der Tür, frisch aus dem Entzug kommender Ex-Wrestler, der sowohl ein Zimmer als auch eine Beschäftigung gut gebrauchen kann. Und Margo kommt schließlich darauf, dass sich mit einem OnlyFans-Account auch als übermüdete Mutter ohne verlässliche Arbeitszeiten Geld verdienen lassen könnte.

Wer das Schaffen von Serien-Urgestein Kelley kennt, von »Ally McBeal« bis »Big Little Lies«, wird ahnen, dass es in »Only Margo« kaum um das Ausleuchten echter sozialer Nöte und Existenzängste geht. Wirklich etwas zu sagen über gesellschaftliche Herkunft oder die strukturelle Benachteiligung der Arbeiterklasse hat die Serie nicht. Auch im Umgang mit dem Thema Sexarbeit ist sie halbherzig. Zwar geben sich die acht Folgen für eine US-Mainstreamproduktion in Wort und Bild vergleichsweise offenherzig und verwehren sich die Figuren immer wieder gegen Herabwürdigungen. Doch letztlich wird der Fokus eher auf die skurrilen Seiten von Margos Tätigkeit gelegt als auf Sex.

Womit die Serie besticht, ist ihre enorme Menschlichkeit. »Only Margo« setzt, auch mittels exzellenter Schauspielleistungen, auf die Komplexität und Glaubwürdigkeit der Figuren, dank denen sowohl der Humor als auch die dramatischeren Momente überzeugen. Wie diese unperfekte, schräge und mit den Umständen ringende Patchworkfamilie sich zusammenrauft und das Leben meistert, geht ehrlich zu Herzen – und steht in angenehmem Widerspruch zu glatt polierten Insta-Narrativen sowie zum stressigen Zynismus, der in anderen Serien über den Alltag junger Menschen aktuell oft vorherrscht.

OV-Trailer

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