DVD-Tipp: »All Beauty Must Die«

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Nach wahren Ereignissen: der starbesetzte Thriller als DVD-Premiere

Die Geschichte ist haarsträubend, und sie ist wahr: Anfang der 1970er lernen sich der Millionärssohn Robert Durst und Kathy McCormack kennen, verlieben sich und heiraten. 1982, nach heftigen Auseinandersetzungen und zunehmend bizarrem Verhalten Dursts, verschwindet Kathleen spurlos. Der Fall bleibt ungeklärt. Im Jahr 2000 wird die Journalistin Susan Berman, eine Vertraute Dursts, die wahrscheinlich etwas über Kathys Verschwinden wusste, ermordet aufgefunden. Auch ihr Tod bleibt ungeklärt. 2001 wird Durst in anderer Sache festgenommen: Er soll seinen Nachbarn ermordet und die Leiche beseitigt haben. Er plädiert auf Notwehr und muss lediglich für die »unsachgemäße Beseitigung einer Leiche« ins Gefängnis. Die früheren Taten bleiben voller Rätsel und ohne Angeklagten, obwohl vieles für Dursts Schuld spricht.

Im Film heißt die Hauptfigur David Marks, ansonsten aber hält sich das Drehbuch sehr eng an die Fakten und erzählt eine Liebesgeschichte, die zum Ehedrama und dann zu einem Thriller voller bizarrer Volten wird. Schließlich präsentiert der Film auch eine eigene, schlüssige These zu den Ereignissen. Filmisch ist das von Regisseur Andrew Jarecki präzise, wenn auch eher konventionell umgesetzt. Was den Film über den Plot und den detektivischen Ehrgeiz der Macher hinaus packend macht, sind die großartigen Darsteller. Neben Ryan Gosling als zunächst nur etwas seltsamem, dann immer psychopathischer werdendem Marks und Kirsten Dunst als seiner zunehmend verängstigten Frau brilliert Frank Langella als der Vater des Millionärs.

Zwei ausführliche Featurettes und ein Audiokommentar gehen auf die akribische Arbeitsweise sowie die Fakten des Falls ein. Der zweite Audiokommentar ist erstaunlich: Der echte Robert Durst schildert im Gespräch mit dem Regisseur seine Version der Ereignisse. Diese seltene Konfrontation von echtem Protagonisten und filmischer Fiktion erinnert an einen anderen »Täter-Audiokommentar«, den mit Ex-Mafioso Henry Hill auf der Special Edition von »Goodfellas«. Und sie hat nicht nur einen makabren Touch, sondern lässt das Rätselraten auf psychologischer Ebene weitergehen. Dass der Film dabei nur eine mögliche Lesart der Ereignisse liefert, macht diese Edition auf faszinierende Weise transparent.

 

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