DVD-Tipp: »Revolver«

Filmclip englisch © Lionsgate

Mit seinem »Sherlock Holmes«-Film ist er gerade im Hollywood-Mainstream angekommen, der britische Regisseur Guy Ritchie – da braucht er sich nicht länger darüber zu grämen, dass er eine Zeit lang nur als Ehemann von Madonna galt und der gemeinsame Film »Stürmische Liebe – Swept Away« gleich mit mehreren der »Raspberry Awards« für den schlechtesten Film ausgezeichnet wurde. Zwei Jahre nach diesem ebenso künstlerischen wie finanziellen Desaster kehrte Ritchie mit »Revolver« scheinbar auf das sichere Territorium seiner frühen Gangsterfilme zurück. Drei Jahre nachdem er in Großbritannien in die Kinos kam, ein Jahr nachdem ein verspäteter kleiner US-Start sich als finanzieller Flop erwies, ist der Film in Deutschland auf DVD erschienen. Covergestaltung und Trailer erwecken im Zuschauer den Eindruck, Ritchie mache da weiter, wo er fünf Jahre zuvor mit »Snatch« aufgehört hatte: Verschiedene Fraktionen der Unterwelt im Clinch miteinander, eifrig bemüht, sich gegenseitig übers Ohr zu hauen; und die Hauptrolle spielt der von Ritchie für »Bube Dame König Gras« entdeckte Jason Statham.

Dass dem Film allerdings nicht ein, sondern gleich vier Zitate vorangestellt sind, deutet schon an, dass es hier um Höheres geht. Die vertraute Geschichte vom Mann, der nach sieben Jahren aus dem Gefängnis kommt, um Rache zu nehmen an einem Gangsterboss, gibt sich höchst ambitioniert, weckt Erinnerungen an »Die üblichen Verdächtigen« und an »Fight Club«, wenn sie sich als Mysterium präsentiert, das erst am Ende entschlüsselt wird. Im Gegensatz zu diesen beiden Filmen weckt dieser hier allerdings kein Interesse, seine Rätselhaftigkeit durch ein weiteres Ansehen zu entschlüsseln. Zu sehr trägt »Revolver« seinen Anspruch vor sich her. Vielleicht ist uns das Schlimmste noch erspart geblieben, denn im Bonusmaterial der Special Edition findet sich auf der zweiten DVD sogar noch ein alternatives Ende, das gut ein Dutzend von Weisheiten (darunter auch solche von Adolf Hitler) mit dokumentarischen Bildern unterlegt. Schade, denn die Ausgangsidee, dass Jake von ausgetauschten Botschaften im Gefängnis profitierte, hat durchaus etwas Faszinierendes. Am Ende hinterlässt den einzig bleibenden Eindruck Mark Strong als kahlköpfiger Killer, der eher aussieht wie ein Buchhalter, aber auf ungewöhnliche Weise den Gang der Geschehnisse beeinflusst.

 

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