Tom Stern

Kammeramann/frau von:

Man weiß nicht, was in Clint Eastwoods Film »The 15:17 to Paris« über den Thalys-Anschlag 2015 schwerer wiegt: die fragwürdige Entscheidung, die heldenhaften US-Zivilisten sich selbst spielen zu lassen, oder die Tatsache, dass der Regisseur nichts zu erzählen hat, was über den Gehalt einer Zeitungsmeldung hinausgeht
Das sogenannte Wunder auf dem Hudson wird in Clint Eastwoods Verfilmung »Sully« zur ur­amerikanischen Geschichte eines Helden, der sich gegen Bürokraten durchsetzen muss, vom Volk aber gleich erkannt wird. Auch Tom Hanks kann da nur wenige Nuancen dazutun
Clint Eastwoods Verfilmung der Memoiren des »tödlichsten Scharfschützen der US-Armee-Geschichte« Chris Kyle mag als Männerporträt im Western-Stil funktionieren, ist als Kriegsfilm aber mehr als bedenklich
Altmeister Clint Eastwood verfilmt das Musical um den Aufstieg der Popgruppe Four Seasons. Vier Jungs aus New Jersey wollen wie Frank Sinatra den Sprung von Klein-Mafiosi zu Stars der Radioshows und Plattenlabels schaffen
Clint Eastwood als alternder Talentscout, der es seinen jungen Nachfolgern zeigt – gediegenes Unterhaltungskino, dessen abgedroschene Konflikte von einem entspannt aufspielenden Ensemble ausgeglichen werden
Castingshow trifft »Spartacus«: Mit nervöser Kameraarbeit und Power-Montage aufgestylte Bestselleradaption, in der 24 Teenager ums nackte Leben kämpfen, darunter die großartige Jennifer Lawrence
Clint Eastwoods Biopic über den umstrittenen FBI-Gründer J. Edgar Hoover enthält sich jeder spekulativen Deutungen, bleibt aber gerade deshalb trotz eines sehr energisch agierenden Leonardo DiCaprio eher oberflächlich
»I see dead people«? – Nein, auf die Mystery-Karte setzt Clint Eastwood nicht so eindeutig, aber in seinem Blick über den Tellerrand des Diesseits hinaus beantwortet er spannende Fragen mit reichlich verquasten Hypothesen und sentimentalen Ausflüchten. Dabei hätte sein Stoff gereicht, um drei einzelne, starke Filme über den Umgang mit dem Tod zu drehen
Ein konventionelles Sportdrama über die Rugby-WM 1995 in Südafrika, die der damals frisch gewählte Nelson Mandela als politisches Instrument benutzte, um die Versöhnung zwischen schwarzer und weißer Bevölkerung voranzubringen. Freeman ist in der Rolle seines Lebens, aber »Invictus« überzeugt weder als Mandela-Poträt noch als Sportfilm
Clint Eastwoods Antirassismus-Dramödie ist über weite Strecken eine humorvolle Läuterungsgeschichte mit einem herrlich grantigen Hauptdarsteller. Doch seine überladene Konstruktion verwandelt den Film in eine unpassend pathetische – und ideologisch fragwürdige – Angelegenheit