DVD-Tipp: »Die Macht und ihr Preis« (1956)

»Die Macht und ihr Preis« (1956). © International Cine Archive

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Ein ungewöhnlicher Film von Henry Koster erstmals auf DVD

»Noch ein paar weitere solche Fragen und ihr macht mich zum Kommunisten!«, ruft Cliff Barton empört aus. Dabei hat ihn der befreundete Anwalt nur darauf hingewiesen, dass er nicht von heute auf morgen eine Österreicherin heiraten könne – die müsse zuvor erst einmal ein Visum für die USA beantragen. So einen Satz erwartet man nicht unbedingt in einem amerikanischen Drama aus dem Jahr 1956, und schon gar nicht aus dem Mund von Robert Taylor, der zu den »freundlichen Zeugen« vor dem »Ausschuss für unamerikanische Umtriebe« gehörte und andere denunzierte.

Hier verkörpert er einen erfolgreichen Geschäftsmann, der für einen Geschäftsabschluss nach London reist und dort bei einer Vereinigung, die notleidende Künstler unterstützt, nach dem Rechten sehen soll. Vermittelt die tatsächlich junge Musikerinnen als Prostituierte an Geschäftsleute? Ihre Leiterin Miriam Linka, eine Österreicherin, deren Mann als Widerstandskämpfer erschossen wurde, hält jedenfalls mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg: »Ich hasse Amerikaner und Millionäre!«

Kommunistin und Prostituierte: ein doppelter Angriff auf die amerikanische Nachkriegsmoral. Am Ende stellt sich – ansprechend lakonisch erzählt – heraus, dass beides nicht zutrifft: Miriam hat sowohl Spitzeldienste für die Russen als auch für die Amerikaner abgelehnt. Aber davor sieht es aus, als könne allein das Gerücht Barton seine Stellung kosten. Das jedenfalls forciert sein Chef, der sich selber charakterisiert als »ein Geschöpf, das an die Macht glaubt«.
 

The Power and the Price USA 1956. R: Henry Koster. Da: Robert Taylor, Elisabeth Müller, Burl Ives. L: 98 Minuten. A: International Cine Archive.

VÖ: 19. Juni 2026

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