Kritik zu Hola Frida

© Eksystent Filmverleih

Bildmächtiger Animationsfilm über die Kindheit und Jugend der mexikanischen Malerin Frida Kahlo, die Schwierigkeiten in Kreativität verwandelt.

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So leuchtend und originell wie dieser Animationsfilm ist auch die Kunst der Frida Kahlo, deren Kindheit hier geschildert wird. Zu Beginn blättert die erwachsene Frida in ihren alten Heften und erinnert sich an die sorglose Zeit in Coyoacán, Mexiko. Dramatisch ist ihre Erkrankung an Kinderlähmung mit sechs Jahren, die sie lange ans Bett fesselt. Aber Frida kämpft sich zurück und hat jene traumatische Zeit zeichnerisch festgehalten.

Der Film setzt die Schaffensphase, die Frida schließlich zu einer der bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts werden ließ, in starke, fantasievolle Bilder mit strahlenden Rottönen um. Die kleine Frida trägt stets Blumen im Haar, Accessoires, mit denen sich später die erwachsene Künstlerin porträtiert. »La Catrina «, die elegante Todesgestalt des »Día de los Muertos« (Tag der Toten), sucht Frida regelmäßig in einem Zwischenreich in eher düsterer Farbgebung heim, aber Fridas imaginiertes zweites Ich hilft ihr immer, »La Catrina« abzuwehren. Schon als Mädchen hatte sie einen starken Willen und verstand nicht, wieso sie keinen Hosenanzug tragen durfte. Als eine von ganz wenigen Frauen wird sie zum Studium der Medizin zugelassen, als 1925 ein schwerer Busunfall sie erneut ans Krankenbett fesselt.

Hier endet die Geschichte des Films, denn es geht dem Regieduo Karine Vézina und André Kadi vor allem darum, zu erzählen, was Frida so resilient und stark werden ließ. So war es einerseits Fridas Familie, die sie stets unterstützte, andererseits die Rückbesinnung auf ihre mexikanischen Vorfahren, die Zapoteken, und natürlich half ihr die Fantasie, Probleme zu bewältigen. Kenner von Kahlos Kunst werden Referenzen an ihre Werke erkennen, allen voran das ikonische »Die zwei Fridas«. Der Film nimmt das Motiv des gespiegelten Ichs auf, denn in Fridas beängstigenden Visionen steht ihr die fiktive Frida stets ermutigend zur Seite. Dies und viele andere Details kennen wir aus Kahlos Skizzen- und Tagebüchern, durch die Frida Kahlo in der Eingangsszene wie durch ein Daumenkino blättert, auf der Suche nach der Erinnerung.

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