Filmgeschichte muss sichtbar bleiben – epd film Newsletter 20.02.2026

Filmgeschichte muss sichtbar bleiben

So langsam neigt die Berlinale sich dem Ende entgegen. Einmal mehr wurde sie überschattet von politischen Diskussionen um die Haltungen der Verantwortlichen zum Nahostkonflikt. Vom eigentlichen Programm lenkte dies leider etwas ab. Dabei gab es in diesem Jahr mit Filmen wie »Rose« von Markus Schleinzer echte Highlights. Unsere Berlinale-Berichte geben Eindrücke.

Neben den aktuellen Filmen zeigt die Berlinale wie gewohnt auch frisch restaurierte Filme im Rahmen der Berlinale-Classics. Dass es restaurierte Filme gibt, ist für viele selbstverständlich. Doch der Prozess ist aufwendig und bei einem Großteil des Filmerbes ist unklar, ob es der Nachwelt erhalten bleibt. Rudolf Worschech erläutert in seinem Bericht »Filmgeschichte muss sichtbar bleiben« die Herausforderungen der Restaurierung und warum es dringend ein Umdenken bei der Förderung entsprechender Programme geben muss

Der Großteil deutscher Filme ist vom Zerfall bedroht oder im Kino nicht mehr spielbar. Es müsste digitalisiert werden.
Maxi Braun

Die Aussage von Jury-Präsident Wim Wenders zur Eröffnung der Berlinale, Film solle sich »aus der Politik heraushalten«, wirkte irritierend. Konterkarierte er damit doch die allgemeine Wahrnehmung, die zweite Festivalausgabe unter Tricia Tuttle setze im Wettbewerb und im Programm wieder stärker auf politische Filme statt auf die Promi-Dichte.

Filme der Woche: 

Souleymans Geschichte

Der preisgekrönte Sozialthriller über einen afrikanischen sans-papiers, der als Essensauslieferer in Paris arbeitet und auf politisches Asyl hofft, besticht sowohl als dokumentarische Betrachtung der Schattenwirtschaft des Fahrradkuriergeschäfts und als berührendes Charakterporträt.

Sie glauben an Engel, Herr Drowak?

Poetisch und voller filmischer und literarischer Reflexionen erzählte Tragikomödie über Einsamkeit, die Magie der Poesie und das menschliche Miteinander voller eigenwilliger Charaktere. Mit einem herausragenden Cast.

Wovon sollen wir träumen

Milena Aboyan erzählt drei unterschiedliche Frauengeschichten, deren narrative Verknüpfung nicht ganz aufgeht. Dank starker Figuren und Darstellerinnen sowie durch die Thematisierung von häuslicher Gewalt, Rassismus (strukturell wie im Alltag) und der Unmenschlichkeit der deutschen Migrationspolitik gelingt ihr dennoch ein politisch wie gesellschaftlich relevanter Film.

Dust Bunny

Das Regiedebüt des Drehbuchautoren Bryan Fuller ist ein überbordend prächtig ausgestatteter und vor visuellen Ideen nur so strotzender Genre-Hybrid, der Kinderfantasie und Horroralptraum mit Tim Burton-Morbidität, Wes Anderson-Phantasie, Anders Thomas Jensen-Absurdität und Stephen Spielberg-Nostalgie verschmilzt.