Kritik zu Klang der Seele

- kein Trailer -

2008
Original-Titel: 
Klang der Seele
Filmstart in Deutschland: 
09.07.2009
L: 
94 Min
FSK: 
Ohne Angabe

Komposition ist Kampf. Cord Meijering betreut eine Kompositionsklasse für Kinder und Jugendliche an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt. Der Dokumentarfilmer Marian Czura hat vier seiner Schüler über ein Jahr mit der Kamera begleitet

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Meijering will Sparringspartner seiner jungen Schüler sein, Anreger und Kritiker. Manchmal, sagt Meijering in Marian Czuras Dokumentation, will er die Schüler »in den Abgrund schauen lassen«. Vier Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren hat Czura ein Jahr lang mit der Kamera begleitet: Jakobine (Bina) und Michelle, Roman und Christoph. Sie wissen, was sie wollen. »Eine eigene Welt erschaffen«, wie es Michelle ausdrückt. Musik schreiben wie unter Zwang, sie »muss aus dir herausschreien«, sagt Roman. Christoph dient das Komponieren dazu, »sich selbst zu erforschen«. In Meijering haben sie einen Lehrer, dessen Offenheit keine Grenzen zu kennen scheint. Er fördert, vor allem aber fordert er.

Vor Marian Czuras Kamera nimmt Meijering sich zum Beispiel Roman vor. Die Komposition, die der junge Musiker stolz am Klavier vorstellt, arbeite mit Versatzstücken, verfolge die ausgetretenen Pfade der Romantik, Roman sei zu schnell mit sich zufrieden, ein Narziss: »Roman, streng dich doch mal ein bisschen an.«

Die Dokumentation bezieht ihre Spannung aus Gegensätzen. Da sind Schüler, die in anspruchsvoller Prosa ihre Rolle definieren (»Komponieren ist ein Bedürfnis der Seele«). Da ist der Lehrer, der sie antreibt und erdet. Cord Meijering spielt die Rolle des strengen Pädagogen; dass er mit seinen Schülern lacht und mit ihnen gemeinsam kocht, zeigt der Film auch. Meijering lobt Binas »stille Intensität «, Michelles poetische Natur und Romans »wirkliches Talent«. Er weiß um Christophs Intellektualität, die dessen Ausdruck als Komponist manchmal im Weg steht.

Der Film, der dramatische Zuspitzungen ebenso aufnimmt wie leise, intensive Augenblicke, macht Station in Darmstadt, Trondheim, Krakau und Boston; er hält sich in Musikräumen auf und in der Natur. Musik, zeigt Marian Czura, entsteht gleichsam im kleinen Kämmerlein und will hinaus in die Welt. Einen ersten Schritt hat das Quartett bereits gemacht.

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